Der Preis des Antiamerikanismus
In einem luziden Artikel des britischen “New Statesman” schreibt Daniel Johnson über die bevorstehenden Wahlen in Deutschland (via “American Future“):
Lafontaine will fail, but the re-emergence of his brand of demagoguery tells us that something is stirring deep in die Heimat. Germany is paying the price for Schroder’s shameless anti-Americanism, which has reactivated the anti-western forces that wrecked the Weimar Republic, wreaked havoc under the Third Reich, and paralysed the former East Germany.
Sehr schön auf den Punkt gebracht: Dieselbe Demagogie, mit der Schröder Stimmen in Gesamtdeutschland sammelt, verschafft der Linkspartei wie der NPD im Osten Zulauf. Eigenverantwortung und individuelle Freiheit haben es schwer. Der NPD-Vorsitzende Voigt verkündet in Sachsen das Ende des “liberal-kapitalistischen Systems der BRD”; Günter Grass spricht in der “Süddeutschen” vom der “Globalisierung als Diktat des Kapitals” und Lafonataine sieht das Gespenst des Neoliberalismus in allen etablierten Parteien spuken. In der “Welt” schreibt Mariam Lau:
So sehr sich die Parteien links von der Union derzeit auch um Distinktion voneinander bemühen, auf eine Gemeinsamkeit können sie nicht verzichten: die Warnung vor der anderen, der “Schwarzen Republik”, die unweigerlich heraufziehen werde, wenn Union und FDP am Sonntag das Ruder übernähmen. Von Gerhard Schröder bis Claudia Roth, von Gregor Gysi bis Günter Grass, alle hantieren mit dem Schreckbild vom Sozialabbau, der mit einer Erosion der Demokratie Hand in Hand gehe. “Weitgehend unbemerkt”, so schreibt der österreichische Schriftsteller Robert Menasse in der “Zeit”, habe in den vergangenen Legislaturperioden ein “dramatischer Demokratieabbau” stattgefunden.
Kann aus diesem Kulturpessismismus Gutes erwachsen?
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