Antisemitismus und Islamophobie

Saturday, September 24, 2005
Von Michael Kreutz

Der Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin berichtet von einer amerikanischen Studie zur Einstellung gegenüber Juden in verschiedenen Ländern der ganzen Welt. Die Umfrage wurde in 17 Staaten in der ganzen Welt durchgeführt, wobei 17.000 Personen befragt wurden. (Walla, 21.9.)

Die Studie ergab, dass die Niederländer das Volk mit den meisten Sympathien gegenüber den Juden (85%) ist. An zweiter Stelle befinden sich die Franzosen mit 82%. 16% der Franzosen brachten eine negative Einstellung zu Juden zum Ausdruck. Die USA kommen nur auf den fünften Platz in der Sympathie gegenüber Juden, nach Kanada und Grossbritannien mit 77%.

Ich weiss nicht, was solche Zahlen aussagen, denn Antisemitismus findet heutzutage seinen Ausdruck zumeist in einer einseitigen und abwegigen Israelkritik. Wer will schon Antisemit sein! Umso interessanter sind aber folgende Ergebnisse:

In der Türkei erklären 18% der Befragten ihre Sympathie, 60% dagegen ihren Hass gegenüber der jüdischen Bevölkerung. In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Staat, gaben nur 13% eine positive Einstellung gegenüber Juden an, 76% stehen ihnen feindlich gegenüber. Im Libanon und in Jordanien sind es runde 0%, die Juden positiv gegenüberstehen: In Jordanien haben 100% eine deutlich feindliche Einstellung. Im Libanon gaben 99% ähnliche Angaben an.

Auch nach der Einstellung gegenüber Muslimen wurde gefragt: Demnach erklärten in Frankreich, Großbritannien, den USA und Russland die meisten Befragten, dass sie eine positive Einstellung zu den Muslimen vertreten. Führend ist Grossbritannien mit 72%. Unter den nicht-muslimischen Staaten wurde nur in den Niederlanden eine absolute Mehrheit von Feinden der Muslime deutlich, und nur in Deutschland ist die Feindschaft gegenüber Muslimen noch größer: 47% stehen 40% mit positiver Haltung gegenüber.

Nach diesen Zahlen zu urteilen, ist die westliche Welt gegenüber seinen Muslimen insgesamt also toleranter als die islamische Welt gegenüber den dort wenig präsenten Juden. Darüber sollten vielleicht einmal diejenigen Nahostexperten nachdenken, die so gern die Islamophobie der westlichen Welt beklagen.

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3 Responses to “Antisemitismus und Islamophobie”

  1. Und so sah es aus, bevor die stetige Arbeit des von den Briten eingesetzten und später von den deutschen Nazis unterstützten Großmufti Hadj Amin al-Husseini ihre Ergebnisse zeitigte:

    Regarding Arab views towards Jewish immigration, Ziff quotes Count Carlos Sforza in his books, ‘Europe and Europeans’: “Syrians of all classes, who had been watching Palestine’s development with envious yes, were anxious to have something of the same phenomena duplicated in their country.”

    This desire is written in the clamorous petition sent to the French in l935 by the inhabitants of Lebanon, begging them to encourage Jewish immigration as that would bring prosperity. Said the Damascus newspaper, “Iissan Alkhar”: “We ought to demand Jewish immigration, for Through it our situation will be saved.”

    Were Jews and Arabs Destined To Hate Each Other?
    by Joel Bainerman, May 14, 1998

    http://www.twf.org/News/Y1998/JewsArabs.html

    #15
  2. [...] g z.B. 60% der Bevölkerung in der Türkei offen ihren Hass gegen die jüdische Minderheit kundtun. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeit [...]

    #23
  3. [...] n deren Bevölkerung abschotten. Nicht zum ersten Mal plädiere ich deswegen dafür, die Werte der türkischen Gesellschaft mit in die Ent [...]

    #3559

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