Angst vor dem gelben Mann
Die Redaktion der “kulturzeit” (3sat) hat Angst vor der Globalisierung. Globalisierung war nämlich immer schlecht, solange in Ostasien die Armut herrschte:
So lange die Macht, also die Geldverhältnisse klar waren, sprachen die westlichen Mächte von Freiheit und meinten: Ökonomie. “Freiheit ist das Geschenk Gottes an jeden auf der Erde”, sagte US-Präsident George W. Bush. Aber Freiheit heißt vor allem Freiheit für die westlichen Unternehmen.
Soll heissen: Die Freiheit nützt nur dem Stärkeren. Nicht nur, dass eine Begründung dieser These fehlt, nein, schon gleich im nächsten Satz wird sie konterkariert:
Längst machen China und Indien Profite mit deutschem Know-How. Mit dem Geländewagen “Landwind” greift die chinesische Automobilindustrie den europäischen Markt an – unschlagbar günstig, Geiz ist geil und China billiger als Aldi.
…was nichts anderes bedeutet, als dass der freie Markt eben keineswegs nur dem Westen nützt und dass auch asiatische Firmen die Möglichkeit haben, ihre Produkte auf den westlichen Märkten abzusetzen. Anstatt nun aber ob dieser Erkenntnis aufzuatmen und festzustellen, dass die Globalisierung für alle Marktteilnehmer von Vorteil ist, wird nun auch daraus wieder ein Menetekel gestrickt:
Noch ist die deutsche Technik überlegen. Aber wie lange noch? Wie können wir die neue Form der Globalisierung überleben? Europa kann noch bis 2008 chinesische Textil-Importe einschränken. Dabei werden in Deutschland schon jetzt überwiegend Textilien aus Asien verkauft. (…) Die Angst vor dem “gelben Mann” ist so aktuell wie nie. Was lässt sich ihr entgegen setzen?
Ja was denn nun?, liebe “kulturzeit”-Redakteure. Sollen die westlichen Märkte geöffnet werden oder nicht? Wollt Ihr Protektionismus oder internationale Arbeitsteilung? Geht’s uns gut, dann geht’s den anderen schlecht, und geht’s den anderen besser, dann ist das auch wieder verkehrt?
Vielleicht versucht ihr es mal mit Optimismus.
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