Berlusconis eiserner Vorhang

Friday, November 4, 2005
Von Michael Kreutz

Berlusconi, der seit neuestem immer schon gegen die Befreiung des Irak gewesen sein will, setzt noch einen drauf. Jetzt fordert er angesichts der antiisraelischen Ausfälle des iranischen Präsidenten Ahmadinejad allen Ernstes:

“Wir müssen verhindern, dass sich ein neuer eiserner Vorhang zwischen dem Westen und der islamischen Welt senkt.”

Ein neuer eiserner Vorhang – habe ich da etwas verpasst? Berlusconi, ein beständiger Populist, der vor nicht allzulanger Zeit noch mit dem damaligen griechischen Ministerpräsidenten Simitis versucht hatte, das Mullah-Regime in der EU hoffähig zu machen, fürchtet nichts so sehr wie einen eisernen Vorhang zwischen der islamischen Welt und Europa. Und da steht Israel offensichtlich im Weg.

Wie so oft, so auch hier: Die Drohung antiwestlicher Feinde der Freiheit wird geradezu reflexartig mit dem Ruf nach noch mehr Dialog beantwortet. So, als ob zwischen islamistischen Extremisten einerseits und der freien Welt andererseits eine Art Missverständnis herrsche, das man bei einem gemütlichen Plausch zu beider Seiten Zufriedenheit irgendwie aufklären könne. Bloss keinen Abbruch der Gespräche! Bloss kein eiserner Vorhang! Bloss die Fanatiker nicht provozieren!

Hysterie und Prinzipienlosigkeit sind fürchterliche Verbündete.

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One Response to “Berlusconis eiserner Vorhang”

  1. [...] nd fürchterliche Verbündete. Noch Fragen, Kienzle? Nein, Hauser. Quellen: Yahoo-News AKI Transatlantic forum Israelische Botschaft (via LGF [...]

    #397

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