Europas Schwäche
Ist der Multikulturalismus schuld an den Randalen in Frankreich? Mark Steyn meint im “Telegraph”: In Wahrheit ist es der Bikulturalismus.
Whether or not one believes in “celebrating diversity”, that’s a lot of diversity to celebrate. But the Continent isn’t multicultural so much as bicultural. There are ageing native populations, and young Muslim populations, and that’s it: “two solitudes”, as they say in my beloved Quebec. If there’s three, four or more cultures, you can all hold hands and sing We are the World. But if there’s just two – you and the other – that’s generally more fractious.
so Steyn. Das ist die eine These – und da mag etwas dran sein, wenngleich Amerika und Australien erst durch Einwanderung zu dem geworden sind, was sie heute darstellen, und zwar im Gegensatz zu Europa. Die andere These Steyns lautet, dass ebendieses Europa nicht bereit ist, seinen Feinden entschlossen die Stirn zu bieten, indem es für das eintritt, dessentwegen die Islamisten es hassen. Exemplarisch vergleicht er die Reaktionen der jordanischen Bevölkerung auf die drei jüngsten Attentate mit denen der spanischen Bevölkerung auf die Anschläge von Madrid im letzten Jahr:
The day after the carnage, Jordanians took to the streets in their thousands to shout “Death to Zarqawi!” and “Burn in hell, Zarqawi!” King Abdullah denounced terrorism as “sick” and called for a “global fight” against it. “These people are insane,” he said of the husband-and-wife couple dispatched to blow up a wedding reception.
For purposes of comparison, consider the Madrid bombing from March last year. The day after that, Spaniards also took to the streets, for their feebly tasteful vigil. Instead of righteous anger, they were “united in sorrow” – i.e. enervated in passivity. Instead of wishing death on the perpetrators, the preferred slogan was “Basta!” – “Enough!” – which was directed less at the killers than at Aznar and Bush.
Beschämend, in der Tat. Ich erinnere mich an ein Interview mit dem republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich (leider ohne Quelle), das vor Jahren im Spiegel oder im Focus erschienen war, in dem dieser behauptete, Amerika sei dem Rest der Welt überlegen. Und zwar, weil es wahrhaft multikulturell sei.
Eine solche Äusserung wird man niemals aus dem Munde eines europäischen Politikers oder Intellektuellen hören. Denn wer von Überlegenheit spricht, gehört in die rechte Ecke, wer das Hohelied des Multikulturalismus singt, in die linke. Beides zusammen geht nach europäischer Denkart eben nicht.
Hier kann Europa noch lernen: Selbstbewusstsein für das Erreichte und zugleich die Fähigkeit zur Integration.
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