Arabische Ansichten über Politik und Medien

Sunday, December 4, 2005
Von Michael Kreutz

Eine kürzlich in Jordanien, dem Libanon, Marokko, Saudi Arabien, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführte Umfrage über Medien, Demokratie und den Krieg im Irak, fördert einen tiefsitzenden Pessimismus in der arabischen Welt zutage:

• In allen Ländern glaubt nur eine Minderheit, dass es den USA daran gelegen sei, Demokratie im Nahen Osten zu fördern,
• 81% der Befragten sind überzeugt, der Krieg gegen Saddam Husayn habe der Region weniger Frieden gebracht; zugleich sehen 78% eine Zunahme des Terrorismus seit dem Sturz des irakischen Baath-Regimes,
• 77% glauben, dass es den Irakern seitdem schlechter gehe,
• 59% meinen, dass sich die Demokratie im Nahen Osten auf dem Rückzug befinde,
• ganze 69% der Befragten identifizieren sich mit wenigstens einem der Ziele al-Qaidas (Gegnerschaft gegenüber den USA, Eintreten für muslimische Belange, Vorgehensweise oder Schaffung eines islamischen Staates).

Das sind erschütternde Zahlen. Hier offenbart sich eine tiefe Verunsicherung der arabischen Welt gegenüber einer als bedrohlich empfundenen Supermacht Amerika, während im Irak die sog. Aufständischen, denen die Sympathie eines Grossteils der Befragten gilt, unschuldige Zivilisten schon längst fest in ihr Visier genommen haben.

Wieder einmal zeigt sich: Solange die arabische Welt in ihrer Opferpose verharrt, wird es keinen gesellschafltichen Fortschritt geben – berechtigte Kritik an manchen Erscheinungen der amerikanischen Besatzung im Irak hin oder her.

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