Optimistische Iraker
Die Iraker schauen optimistisch in die Zukunft – das belegt eine neue Umfrage, die der “Spiegel”, der US-Fernsehsender ABC News, die britische BBC, das US-Magazin “Time” und der japanische Sender NHK mit internationalen Partnern im Irak in Auftrag gaben.
Zwar bewertet eine absolute Mehrheit von 53% die augenblickliche Situation als negativ, zugleich aber erwarten knapp 70% der Befragten, dass es dem Land in naher Zukunft bessergehen werde. Befragt nach ihren persönlichen Lebensumständen meinen beachtliche 71%, dass sie “sehr oder ziemlich” zufrieden seien.
Während die USA seit dem Folterskandal von Abu Ghraib ihren Ruf offenbar ruiniert haben, hat die unter ihrer Herrschaft liberalisierte irakische Wirtschaft zu einer Explosion des Wohlstands geführt: Die Einkommen der irakischen Haushalte konnten sich in den vergangenen zwei Jahren auf durchschnittlich 236 Dollar mehr als verdoppeln, die Verbreitung des Handys ist von 5% (Oktober 2003) auf 62% gestiegen, ebenso die Zahl der Autos (55%) und Waschmaschinen (54%) (s. auch hier).
Und die Frage, die sich aufdrängt:
Passt die erwartungsfrohe Stimmung zu den blutigen Szenen von Bombenattentaten und Schießereien, den Berichten über Entführungen, Ausgangssperren und Versorgungsengpässe?
…beantwortet der “Spiegel” so:
Der scheinbare Widerspruch ergibt sich aus der unterschiedlichen Wahrnehmung der Realität: Westliche Medien konzentrieren sich auf die Kriegsschauplätze im Herzen des Irak. Bei der täglichen Berichterstattung aus den Hochburgen des Widerstands zwischen Samarra, Falludscha und Ramadi wird ausgeblendet, dass weite Teile des Landes von den Kämpfen gar nicht berührt werden.
Manch einer hat schon früher darauf hingewiesen.
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