Noch mehr Geld für Afrika! (3)
Der kenianische Wirtschaftsexperte James Shikwati in einem Interview mit dem “Spiegel” über die schädlichen Auswirkungen westlicher Transfergelder auf die afrikanischen Volkswirtschaften:
Wenn die Industrienationen den Afrikanern wirklich helfen wollen, sollten sie endlich diese furchtbare Hilfe streichen. Jenen Ländern, welche die meiste Entwicklungshilfe kassiert haben, geht es am schlechtesten. Trotz der Milliarden, die geflossen sind, ist der Kontinent arm.
Der Grund:
Es werden riesige Bürokratien finanziert, Korruption und Selbstgefälligkeit gefördert, Afrikaner zu Bettlern erzogen und zur Unselbständigkeit. Zudem schwächt die Entwicklungshilfe überall die lokalen Märkte und den Unternehmergeist, den wir so dringend brauchen. Sie ist einer der Gründe für Afrikas Probleme, so absurd das klingen mag.
Und auch die UN kriegt ihr Fett weg:
Wenn in einer bestimmten Region Kenias eine Dürre herrscht, schreien unsere korrupten Politiker reflexartig nach mehr Hilfe. Dieser Ruf ereilt das Welternährungsprogramm der Uno – also eine riesige Behörde von Apparatschiks, die in der absurden Situation sind, sich zwar dem Kampf gegen den Hunger verschrieben zu haben, aber alle arbeitslos wären, würden sie diesen Hunger tatsächlich beseitigen.
Wird importiertes Getreide massenhaft zu Dumpingpreisen auf den Markt geworfen, ruiniert das – wen wundert´s – heimische Produzenten. “Ein einheimischer Bauer”, so Shikwati, “kann seine Hacke gleich aus der Hand legen, mit dem Uno-Welternährungsprogramm kann niemand mithalten.” Und wie sähe die Lage ohne Welternährungsprogramm aus:
In diesem Fall müssten sich die Kenianer eben bequemen, Handelsbeziehungen zu Uganda oder Tansania aufzunehmen und die Nahrungsmittel dort einzukaufen. Dieser Handel ist lebensnotwendig für Afrika. Er würde uns zwingen, die Infrastruktur selbst zu verbessern …
Und warum sich nichts ändern wird: “Dem verheerenden europäischen Drang, Gutes zu tun, lässt sich bisweilen leider nicht mit Vernunft begegnen.”
Unbedingt das ganze Interview lesen!
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[...] ilfe arm macht, wurde auf diesem Blog schon mehrfach illustriert (nämlich hier, hier, hier, hier und vor allem hier). Hunger ist dabei in e [...]