Mehr Ehrenmorde in Afghanistan (updated)
Die afghanische Frauenrechtlerin Safia Ama Djan wurde in Kandahar auf offener Strasse ermordet. Dabei wäre ihr Engagement dort notwendiger denn je. Ein schwacher Staat und Diskriminierungen in der Gesellschaft führen dazu, dass in Afghanistan Frauen immer häufiger Ehrenmorden zum Opfer fallen. In diesem Jahr wurden bislang 185 Fälle registriert (bei vermuteter vielfach höherer Dunkelziffer).
Wie lässt sich dieser Umstand mit der Ansicht von Migrationsforschern vereinbaren, dass in Europa solche Vorkommnisse wie der Ehrenmord überwiegend Reaktionen auf Anpassungsschwierigkeiten sind? Martin Riexinger schrieb auf diesem Blog:
–––In vom bösen Westen unberührten islamischen Gesellschaften scheinen arrangierte Ehen also völlig unbekannt zu sein. Dies ist ein schönes Beispiel für die Weltsicht nicht nur der „Migrationsforscher“, sondern auch mancher Islamwissenschaftler und „Nahostexperten“. Muslime erscheinen bei ihnen als modellierbare Masse, deren Verhaltensmuster allein als Reaktion auf westliche Vorgaben erklärt werden, während indigenen Faktoren keinerlei Bedeutung zugesprochen wird.

Ehrenmord? Bzw. “Ehrenmord”? Ist es nicht so, dass “Ehrenmorde” verübt werden, um die Ehre der Familie wieder herzustellen?
Meine Ansicht nach Lektüre der Quelle ist, dass es sich hier ganz klar um einen politisch-religiös motivierten Mord handelt. Ihr Versuch, mit diesem Vorfall die Ansichten von Migrationsforschern in Frage zu stellen, kommt deshalb stark hinkend daher…
Ich spreche nicht von einem, ich spreche von 185 Ehrenmorden allein in diesem Jahr. Schon der Umstand, dass sie z.T. an Minderjährigen begangen wurden, schliesst eine politische Motivation aus.