Mangelndes Interesse von Arabisten…
… an der Nahostpolitik des Dritten Reichs beklagte jüngst im Interview mit der “Jungle World” der Leiter der Dokumentationsstelle Ludwigsburg, Klaus-Michael Mallmann, weil bis dahin keine Äußerung zu “Halbmond und Hakenkreuz” vorlag (Verfasst mit seinem Mitarbeiter Martin Cüppers). Das hat sich mit der Rezension durch einen Göttinger Arabisten in “Internationale Politik” geändert.
Das Buch verdient höchste Aufmerksamkeit, weil die Autoren aufdecken, wie weit die Pläne zur Vernichtung der Juden im Nahen Osten und N0rdafrika gediehen waren. Zudem wird mit dem Mythos aufgeräumt, durch seine Flucht nach Berlin habe sich Amin al-Husaini vom Geschehen in Palästina abgekoppelt. Tatsächlich wurde über die Botschaft in Ankara intensive Kommunikation aufrecht erhalten, bis die Türkei ihre Politik der Äquidistanz zu beiden Kriegsparteien aufgab.
Ein Schwachpunkt muss jedoch benannt werden: Mit Blick auf Nordafrika überschätzen die Autoren wohl das Ausmaß der Verbreitung antisemitischer Ressentiments und achsenfreundliche Sympathien. Ein Gegengewicht hierzu mag das in diesen Tagen publizierte Buch “Among the Righteous: Lost Stories from the Holocaust’s Long Reach Into Arab Lands” von Robert Satloff bieten. Hier schon einmal einige interessante Aspekte daraus:
In all of this, Arabs played a central role. Indeed, Arabs’ actions were not too different from those of Europeans. With war waging around them, most were indifferent. A percentage collaborated, including Arab officials in royal courts, Arab guards in labor camps, and those who went house to house pointing out where Jews lived. Without the help of local Arabs, at all levels, the persecution of Jews would have been virtually impossible. However, there were also those Arabs who risked everything to help Jews.
Arabs welcomed Jews into their homes, guarded Jews’ valuables so Germans could not confiscate them, shared with Jews their meager rations, and warned Jewish leaders of coming SS raids. The sultan of Morocco and the bey of Tunis provided moral support and, at times, practical help to Jewish subjects. In Vichy-controlled Algiers, Muslim preachers gave Friday sermons forbidding believers from serving as conservators of confiscated Jewish property. Not one Arab broke ranks.
There were also remarkable stories of rescue. These include the story of Si Ali Sakkat, who opened his farm to sixty Jewish escapees from an Axis labor camp and hid them until liberation by the Allies. There was also Khaled Abdelwahhab, who scooped up several families in the middle of the night and took them to his countryside estate to protect one of the women from the predations of a German officer bent on rape.
There is also strong evidence that the most influential Arab in Europe—Si Kaddour Benghabrit, the rector of the Great Mosque of Paris—saved up to one hundred Jews by having the mosque’s administrative personnel give them certificates of Muslim identity, with which they could evade arrest and deportation. These men, and others, were true heroes.
Ob Muslime mit dem Dritten Reich sympathisierten war in starkem Maße von den lokalen Konstellationen abhängig. Und die unterschieden sich in Nordafrika, wo die Araber mit den imperialistischen Ansprüchen italienischer Faschisten und einer Vichy-freundlichen französischen Siedlerbevölkerung konfrontiert waren, grundlegend vom Nahen Osten (Ähnliches gilt für Indien, wo die Muslime mehrheitlich die vom Hindu-dominierten Congress getragene “Quit India Campaign” von 1942 sabotierten, hier S. 470f.).
In der “Jungle World” wird “Halbmond und Hakenkreuz” ebenfalls lobend besprochen, in der ZEIT bereits Ende August.
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“Ein Göttinger Arabist”……aber Bescheidenheit ist ja bekanntlich eine Zier….
[...] aun bauen, um sich vor Nachbarn zu schützen, deren politische Führung sich exakt auf den Judenhass der Nationalsozialisten beruft – dieser G [...]
[...] aun bauen, um sich vor Nachbarn zu schützen, deren politische Führung sich exakt auf den Judenhass der Nationalsozialisten beruft – dieser G [...]
In seiner Besprechung kommt suqong allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis …
[...] Satloff wird dieser Araber nun geehrt. (Dank an Thomas von der Osten-Sacken) Siehe auch: Mangelndes Interesse von Arabisten…, 7.11.200 [...]
[...] dieser Araber nun geehrt. (Dank an Thomas von der Osten-Sacken) — Siehe auch: • Mangelndes Interesse von Arabisten…, 7.11.200 [...]