Dänemark gegen den Rest der Welt
In Dänemark haben rechtsgrerichtete Gruppen damit gedroht, eine Demonstration zu veranstalten, auf der der Koran verbrannt werden soll. Die Kopenhagener Polizei wiederum warnte laut al-Jazeera.net die Veranstalter, dass die Demonstration aufgelöst werde, sollte es zu dieser Provokation kommen. Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen rief seine Landsleute unterdessen zur Besonnenheit auf.
Al-Jazeera zufolge gibt es Zweifel am Entschluss der Jyllands Posten, keine blasphemischen Bilder des Propheten des Islam mehr abzudrucken, nachdem viele dänische Muslime zuvor die Entschuldigung der Zeitung abgelehnt hatten, da diese sich nur auf die Verletzung des islamischen Glaubens bezog und nicht explizit auf die angebliche Verunglimpfung des Propheten Muhammad. In Malaysia rief unterdessen eine muslimische Gruppe (die mit 100.000 Mitgliedern nicht unbedeutend ist) die Regierung in Kuala Lumpur auf, eine Protestnote an Dänemark zu schicken. Der Vorsitzende der Vereinigung, Nur Niruwandi Nur ad-Din, verlangt, dass Dänemark sich gegenüber allen islamischen Ländern auf der Welt entschuldigt.
Ähnliche Stimmen kommen aus Indonesien: Dort verurteilte der Rat der islamischen Gelehrten die Karikaturen in der Jyllands Posten als – man höre und staune: – Zeichen “westlichen Hochmuts”. Auch in Jemens Hauptstadt Sanaa wurde demonstriert. Hunderte von Jemenitinnen (!) riefen auf zum Boykott von Produkten aus Dänemark und Norwegen.
Wie auch immer man über diese Geschichte denken mag: Bemerkenswert ist, dass von vielen islamischen Gruppen immer Dänemark und sogar der Westen insgesamt für die Karikaturen – seien sie nun blasphemisch oder nicht – verantwortlich gemacht werden.
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[...] nicht nur die Redaktion der Jyllands-Posten, sondern gleich ganz Dänemark, und mehr noch: die westliche Welt für die Karikaturen haftbar zu mach [...]