Irakische Christen unter Druck
Die christliche Gemeinschaft im Irak, die ungefähr drei Prozent der Bevölkerung stellt, fürchtet um ihr Leben. Waren vor kurzem erst christliche Gotteshäuser das Ziel von Bombenanschlägen, so könnten nun wegen des Fanatismus im Zuge der Mohammed-Karikaturen der dänischen »Jyllands-Posten« zunehmend auch christliche Individuen zur Zielscheibe des islamischen Radikalismus werden. Luis Sako, Patriarch der katholisch-chaldäischen Kirche von Kirkuk, sieht die Bombenattentatte auf Kirchen unbedingt im Zusammenhang mit der Empörung über die Karikaturen. Bislang sind dabei drei Menschen ums Leben gekommen und 17 verwundet worden.
Einen Beweis für diesen Zusammenhang gibt es zwar nicht, denn Kirchen sind schon seit dem Jahre 2004 Zielscheibe von Angriffen. Aber die Befürchtung ist berechtigt, dass diese Gewaltbereitschaft noch zunehmen könnte. Denn hinter diesen Attentaten wird Abu Musab al-Zarqawi vermutet, der damit einen Konfessionskrieg entfesseln wollte. Seit dieser Zeit gibt es eine Auswanderungswelle von Christen aus dem Irak.
Der irakische Christ Ashwar Yalda, der in Kirkuk als Lehrer arbeitet, fürchtet, dass die Mohammed-Karikaturen von den Terroristen als Vorwand benutzt werden, Kirchen zu attackieren und Unschuldige zu töten: »Mittlerweile habe ich Angst, auf die Strasse zu gehen, allein, weil ich Christ bin.« Und der syrisch-katholische Pope Rafael Qatimi fügt hinzu, dass der Angriff auf die Kirchen ein Mittel sei, Chaos im Irak zu verbreiten.
Khaled Khatib, Imam einer der Moscheen von Falludja, sagt: »Die Gemeinde des Unglaubens ist eine einzige. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem dänischen, französischen oder britischen Ungläubigen.«
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