„A Life of Suffering as an Alien in Germany“
Vielleicht kennt der eine oder andere den Text schon – ich habe ihn jetzt erst entdeckt: Bassam Tibi stellt in schonungslosen Worten dar, warum in den deutschen Geisteswissenschaften allzuoft Mittelmass herrscht und er in die USA auswandern wird.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass in der deutschen Orientalistik/ Islamwissenschaft Bassam Tibi allgemein nicht geschätzt wird. Dass Deutschland einen herausragenden Wissenschaftler verlieren wird, ist schlimm. Noch schlimmer, dass wohl die wenigsten seiner Kollegen dies bedauern werden.
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Gibt’s das denn in Deutschland überhaupt, ein Orientalistik, die politologisch ist? Die sind doch meistens philologisch ausgerichtet.
Das war einmal. Heutzutage hat die Orientalistik einen Hang zur Sozialwissenschaft. Es werden mittlerweile Seminare angeboten, in denen keine arabischen Texte mehr gelesen werden, und auch in der B.A./M.A.-Abschlussarbeit oder sogar der Disseration muss man nicht mehr unbedingt Arabisch-, Persisch- oder Türkischkenntnisse unter Beweis stellen.
Nichts gegen die Sozialwissenschaften, aber im Zuge dieses Trends wurde die Orientalistik/ Islamwissenschaft auch immer ideologischer (die “Bibel” dieser Ideologie ist das Buch “Orientalism” von Edward Said.). Bestes Beispiel dafür ist dieses Dokument der Schande.
Dort, wo sich die Orientalistik der Politik des heutigen Nahen Ostens zuwendet, werden die Ursachen für alle Misstände rein exogen erklärt. Andere Deutungsansätze kommen nicht ohne Grund häufig von fachfremden Vertretern, z.B. Dan Diner (Historiker) oder eben Bassam Tibi (Politologe und Islamologe, wie er sich selbst nennt).
In den USA gibt es einen ähnlichen Trend. Martin Kramer hat darüber ein Buch geschrieben.
Interessant. Nach dem Text von Herrn Tibi dürfte in den USA diese ‘exogene’ Sicht auf die Problemlagen im islamischen Raum aber wohl nicht vorherrschend sein. Denn er fühlt sich da ja mehr angenommen als hier.
Das Dokument der Schande stammt aber von einem ausgesprochenen Philologen.
In GÖ kommt man aber nicht ohne Arabisch zu seinem Bachelor, geschweige denn Master.
[...] —————– Gefunden beim Transatlantic Forum
von: Boche
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@ Parker8
In den USA ist die Forschungslandschaft nicht ganz so homogen. Das spiegelt sich u.a. in der Tatsache wieder, dass es dort zwei Dachverbände gibt, die MESA (die grössere und ältere Institution) und das MEForum, dem Tibi wohl nahestehen dürfte.
@ M.R.
Es gibt eine Tendenz zur Abkehr vom Philologischen, das wird in GÖ auch nicht anders sein, als an anderen Instituten. In BO z.B. ist es so, dass, wer nicht genügend Arabisch bis zur Abschlussprüfung kann, eben etwas über Türken in Deutschland o.ä. schreibt. Mit einem schmalen Grundwissen an Arabisch jedenfalls kann man durchkommen.
[...] gt, Tibis Abteilung zu schließen. (epd) Ein Unbequemer weniger. — Siehe auch: • „A Life of Suffering as an Alien in Germany“, 23. Febr [...]