Generationenkonflikt
Der israelische Politikwissenschaftler Israel Elad Altman analysiert (PDF), wie sich Ideologie und Taktik der ägyptischen Muslimbrüder während der letzten beiden Jahrzehnte verändert haben. Er konstatiert, dass die Führungsriege um Muhammad Mahdi Akif, die politisch noch im Widerstand gegen das Nasserregime sozialisiert wurde, weiterhin starr an theokratischen Vorstellungen festhält (so viel im Übrigen zur These, der Islamismus sei eine Reaktion auf die Globalisierung). Zugleich scheuen sie jedoch vor einer offenen Konfrontation mit der Regierung zurück.
Jüngere Mitglieder wie Abd al-Munim Abu l-Futuh sind jedoch bereit, in der Opposition gegen Mubarak mit Nasseristen und Marxisten zu kooperieren. Zumindest in ihren öffentlichen Statements bekunden sie, dass sie die Demokratie nicht allein als Mittel zum Machterwerb betrachten. Altman ist trotzdem der Ansicht, dass die junge Garde nicht fälschlich als Motor eines liberal-demokratischen Wandels eingeschätzt werden dürfe. Sie ist der Muslimbruderschaft schließlich treu geblieben. Al-Wasat (”das Zentrum”), eine Abspaltung “moderater” Islamisten, blieb schließlich, anders als die türkische AKP, völlig bedeutungslos.
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