Kulturimperialismus

Friday, March 10, 2006
Von Martin Riexinger

Ein gängiges Ideologem in der Debatte über den Islamismus lautet, es handele sich um eine Reaktion auf die kulturelle Überfremdung der islamischen Länder. Das Argument steht auf schwachen Füßen, denn der westliche Einfluss ist so groß nicht, und sicher geringer als in Taiwan oder Südkorea, wo sich keine vergleichbaren Ideologien entwickelt haben. Wie schwierig die Vermittlung westlicher Kultur tatsächlich ist, zeigt der in Deutschland lebende Iraker Khalid al-Maaly in seinem Artikel für die heutige NZZ.

In der FAZ wiederum beleuchtet der israelische Autor Joseph Croitoru, wie Hamas und andere Islamisten eine antiwestliche Gegenkultur entwickelt haben.

+++Anm. von M. Kreutz

Schon vor drei Jahren machte al-Maaly auf ein Grundproblem der arabischen Welt aufmerksam: “Keine Institution kümmert sich darum, die Kultur zu unterstützen, die in der arabischen Welt fast inexistent ist.” (FAZ, 14. Okt. 3003, S. 13: “Sorgen eines islamischen Verlegers”, von Khalid al-Maaly)

Zum Thema Übersetzungen in der Ära der “Nahḍa”, von denen al-Maaly in der NZZ spricht: Hier gibt es einen Artikel zum Download, der sich mit der Thematik befasst und den ich vor ein paar Jahren mal in der “Welt des Islam” veröffentlicht habe (PDF, 300 kb).

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