Europas muslimische Eliten
Hier findet sich meine Rezension des Buchs von Jytte Klausen.
Dazu zwei Ergänzungen.
1. In der Karikaturenaffäre hatten einige Islamistenversteher den Eindruck erweckt, die Muslime in Dänemark hätten ein rechtsradikales Terrorregime zu fürchten. Nun gibt es zahlreiche Gründe, Pia Kjærsgaard und ihren Spießerhaufen nicht zu mögen, träfe jedoch die erwähnte Charakterisierung unseres nördlichen Nachbarn zu, müssten sich Muslime in Dänemark besonders unwohl fühlen. So ist es, so ist es aber auch nicht. Die Zahl der besonders zufriedenen wie auch der besonders unzufriedenen ist dort unter Muslimen in islamischen Verbänden oder höheren politischen Positionen besonders hoch. Stellvertretend für diese Polarisierung steht auf der einen Seite der Abgeordnete der linksliberalen Radikal Venstre, Nacer Khader, der mit seinen “Demokratiske Muslimer” dafür eintrittt, dass die Muslime sich aktiv für Demokratie und gegen Extremismus einsetzten, anstatt sich im stillen Kämmerlein aufzuregen “wenn wieder einmal einer von diesen Idioten verhaftet wird.” Das andere Extrem vertreten die Imame, die mit den Karikaturen und den mittlerweile bekannten Fälschungen hausieren gingen, Abu Laban, sowie Ahmed Akkari. Gegen ihn wird nun polizeilich ermittelt, weil der französische Enthüllungsjournalist Sifaoui ihn dabei filmte, wie er meinte, auf Khader solle ein Anschlag verübt werden, wenn er Minister für Ausländerfragen würde. Links zu den wichtigsten dänischen und internationalen Berichten dazu hier (dies impliziert keine Billigung der übrigen Inhalte dieses Blogs).
2. Die große Mehrheit der von Klausen Interviewten spricht sich dagegen aus, dass Elemente der Scharia in Europa in Anwendung kommen sollen. In Großbritannien wird dies jedoch von 70% der Befragten befürwortet. Vor einigen Wochen war verschreckt bemerkt worden, dass dafür 40% der Muslime insgesamt eintreten. Diese an sich schon hohe Zahl deutet aber daraufhin, dass auf der Insel das muslimische Fußvolk weniger radikal als die “Elite” ist.
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Ein Interview mit Jytte Klausen aus dem Jahr 2004:
http://www.cafebabel.com/de/ar.....mp;Id=2915
Daraus:
Aber jetzt, wo alle über ‚Die Muslime’ reden
Außer Jytte Klausen natürlich; sie redet nämlich nur über alle, die über die Muslime reden und über ‘Die europäischen Muslime’.
Der rassistische Umgang mit dem Begriff ‚muslimisch’ im öffentlichen Diskurs hat dazu geführt, dass die europäischen Muslime näher zusammen rücken, gleich welchen persönlichen Glaubens und gleich welcher Herkunft
Was sonst? Alles andere wäre einfach zu platt.
Selbst Ayaan Hirsi Ali, die, zusammen mit dem ermordeten Filmmacher Theo van Gogh den provokanten Zehn-Minuten-Filmbeitrag geschrieben hat, bezeichnet sich selbst al seine ‘Ex-Muslimin, Muslimin’.
Warum? – Na, wegen des rassistischen Umgangs mit dem Begriff ‘muslimisch’ im öffentlichen Diskurs.
Anhand der Fragen, die ich benutzt habe, um die Unzufriedenheit unter den Befragten zu messen
Endlich mal eine differenzierte, unvoreingenommene Herangehensweise.
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Der Rezension nach zu schließen, hat Klausen ihre normativen Prämissen und ihre Methodik mittlerweile etwas differenziert.
Oder sehe ich das falsch?
Man merkt, dass man Sie noch nie interviewt hat.
Im Ernst. Als das Interview geführt wurde, war die datenerhebung fast abgeschlossen:
Ich habe meine Antworten aus Frankreich noch nicht codiert,…
Trotzdem kommen dort einige Sachen anders rüber als im Buch, das deutet schonadarufhin, dass sie ihre Thesen unter dem Eindruck das Materials erheblich revidiert hat. Das kommt bei Soztialwissenschaftlern ja nicht unbedingt immer vor. Davon, dass die Muslime näher zusammenrücken kann keine Rede sein, da sie sehr viele antiklerikale Muslime zitiert, die religiöse Kräfte deutlich kritisieren.Man merkt auch, dass die der bedeutung der Diskurse in den jeweiligen Ländern mehr Bedeutung zumisst, als sie dies zu Beginn der Untersuchung tat.
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Ahmad Akkari, verantwortlich für die Hetze gegen die Jyllands Posten und nichtislamistische Muslime in Dänemark, wurde aus de [...]