Moralischer Kompass
Während das Mullah-Regime in Teheran nähere Kontakte zur syrischen Baath-Partei, zu irakisch-schiitischen Theokraten und zu so friedfertigen Gruppen wie Hisbollah, Hamas und Islamischer Djihad sucht, scheinen viele im alten Europa noch ein wenig Orientierungsschwierigkeiten zu haben, wenn es darum geht, auf der Weltkarte die Gefahr zu verorten: In Deutschland halten 45% der Bevölkerung die USA für eine grössere Gefahr als den Iran; in Italien zeigte man sich noch vor nicht allzulanger Zeit angesichts der Vernichtungsphantasien des neu ins iranische Präsidentenamt gekommenen Ahmadi-Nejad gespalten (und das, obwohl die Drohungen sich nicht gegen Israel allein richteten), und die griechische Zeitung “Ta Nea” schiesst heute mit dieser Karikatur den Vogel ab:

(Bush gibt Blair ein Stück von der Kruste.)
“Unheilbarer Antiokzidentalismus” nannte so etwas einmal der griechische Publizist Andrianopoulos, und mahnte seinerzeit nach den Anschlägen von London: “Die extremen Islamisten hassen den Westen. Nicht für das, was er tut. Sondern für das, was er ist. Auf diesen Hass hat die Politik bislang noch keine Antwort gefunden. Der Westen muss klar herausstellen, was die ihm eigenen Werte sind, die niemals gebeugt werden dürfen und die er nicht aufgibt.”
Wir werden sehen.
–––
