Kleine Selbstentlarvung
Ich habe das schon oft erlebt, wenn Leute sich über die israelische Besatzung ereifern: Die Emotionen, die sie dabei zum Ausdruck bringen, deuten jedesmal daraufhin, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht.
Henryk Broder verweist bei der “Achse des Guten” auf ein Interview, dass der “Muslim-Markt” mit einer Cyberjournalistin geführt hat. Die Journalistin ist ebenso bedeutungslos wie der Informationsgehalt des Interviews, aber ich halte dieses für exemplarisch für eine bestimmte Sorte von Israelkritikern.
Solche Leute führen sich regelmässig selbst ad absurdum, wenn sie sich erst einmal in Rage geredet haben. Es fängt an mit flammenden Worten, in denen sie das Besatzungsregime Israels in den besetzten/umstrittenen Gebieten geisseln. Dann streiten sie vehement jeden möglichen Vorwurf, eine antisemitische Einstellung zu haben, ab, und werfen ihren Gegnern vor, den Vorwurf des Antisemitismus als “Waffe” zu gebrauchen. Und wenn ihnen dann der Kamm so richtig geschwollen ist, verplappern sie sich und verraten, worum es ihnen WIRKLICH GEHT:
Die Zeit ist gekommen, jene daran zu erinnern, die über “das Existenzrecht des israelischen Staates” diskutieren, dass dieser religiöse Staat, der auf einem geraubten Land errichtet wurde, in voller Illegalität existiert.
Aha! Die Besatzung beschränkt sich also nicht nur auf die Westbank. Sondern es gilt das ganze Land bis zum Meer als besetzt. Unnötig, darauf hinzuweisen, dass diese Sicht der Dinge auch und gerade unter Palästinensern nicht unpopulär ist. Womit bewiesen wäre, dass die Ursache für den Nahostkonflikt Israel nicht sein kann.
Aber wer Schaum vor dem Mund hat, hat das Denken schon längst aufgegeben.
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