Ideologie und Chronologie, Folge 237
Alice Schwarzer heute in der FAZ:
Der Kampf der Taliban gegen die Sowjetunion – den haben die Amerikaner unterstützt.
Die Taliban gibt es seit etwa 1994, die Sowjetunion existiert seit 1991 nicht mehr. Schirrmacher sitzt dabei und sagt nix.
–––Ähnliche Beiträge:
- Atlantische Differenzen, September 7, 2005 | By Michael Kreutz
- Taliban und Stämme, June 9, 2006 | By Martin Riexinger
- Zaudernde Regierung und Taliban auf dem Durchmarsch, January 25, 2009 | By Martin Riexinger
- Der wahre Grund für den Hitler-Stalin-Pakt, September 8, 2009 | By Martin Riexinger
- Warum sich die Islamkonferenz lohnt, May 4, 2007 | By Martin Riexinger
- “Der Antiamerikanismus in Deutschland ist mir suspekt”, April 25, 2010 | By Michael Kreutz
- Hartz IV für Taliban?, January 31, 2010 | By Heinz Eggert
- Die Pakistanis und die Taliban, October 7, 2009 | By Martin Riexinger


Sehr geehrte Alice Schwarzer,
in einem Interview mit Frank Schirrmacher sagten Sie:
Der Kampf der Taliban gegen die Sowjetunion – den haben die Amerikaner unterstützt.
Hierbei handelt es sich, anbetracht der einen oder anderen personellen Kontinuität zwischen antisowjetischen Mudjaheddin und den Taliban, allenfalls um eine Viertelwahrheit. Die Taliban existieren seit ca. 1994, die Sowjetunion gibt es seit 1991 nicht mehr.
Genauso gut bzw. genauso schlecht ließe sich demnach sagen:
Der Kampf der Nordallianz gegen die Sowjetunion – den haben die Amerikaner unterstützt.
Abgesehen davon ist mir keine Person bekannt, die damals, im Zuge der amerikanischen Unterstützung der Mudjaheddin, im Falle des sowjetischen Rückzugs vor einer hardcore-islamistischen, zumal maximal frauenfeindlichen Schreckensherrschaft in Afghanistan und/oder vor einem Afghanistan als Heimstätte für international operierende islamistische Extremisten gewarnt hätte.
Wohlgemerkt: Ich will meine Einwände nicht als Plädoyer dafür verstanden haben wissen, Sündenfälle amerikanischer Außenpolitik unter den Teppich zu kehren. Im gegebenen Rahmen halte ich es jedoch für angebracht, nüchterner und fairer zu urteilen als die Freunde und Freundinnen politischer Reflexe, die auf dem Hintergrund der amerikanischen Unterstützung für die Mudjaheddin in den 80ern nach dem 11. September 2001 sinngemäß zum Besten gaben (und noch geben), dass die USA einfach das bekommen hätten, was sie gesäht hätten.
Mit freundlichen Grüßen
N. Neumann
Die sowjetische Invasion in Afghanistan wäre allerdings in jedem Fall ein seltsamer Sündenfall amerikanischer Politik.
Achwas?
Ihnen ist doch hoffentlich nicht der Sachverhalt entgangen, dass in Afghanistan ein Arbeiter- un Bauernparadies herrschte, bevor die USA die Taliban unterstützten?
> Mudjaheddin
Ich will ja hoffen, dass das ein Tippfehler ist!
Ihnen ist doch hoffentlich nicht der Sachverhalt entgangen, dass in Afghanistan ein Arbeiter- un Bauernparadies herrschte, bevor die USA die Taliban unterstützten?
Nein, zumal sich die afghanischen Frauen streng an Angela Davis, Frigga Haug, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin orientierten.
> Mudjaheddin
Ich will ja hoffen, dass das ein Tippfehler ist!
Ich nicht.