“Lass dich überraschen”
Nein, hier geht es nicht um eine Hommage für einen verstorbenen Entertainer, sondern um das Motto, das offensichtlich die Einstellung vieler Medien in Deutschland zu islamistischen Organisationen bestimmt. So ist es zwar verdienstvoll, dass das “Hamburger Abendblatt” auf den Verkauf der Zeichentrick DVD “Die Kinder von al-Aksa” in der Hamburger Centrum-Moschee aufmerksam macht. Reichlich naiv sind hingegen die Bemerkungen:
Dabei hatte die Centrum-Moschee nahe dem Hauptbahnhof bislang nicht als Treffpunkt für Islamisten gegolten. Im Gegenteil, sie galt als Moschee, in der viele Muslime verschiedener Nationen, die in Hamburg leben, beten und eine große, gut in den Stadtteil integrierte Gemeinschaft bilden.
…
Der Imam der Centrum-Moschee war am Freitag nicht zu erreichen. Doch der Vorsitzende der Schura, des größten Verbandes der Hamburger Muslime, Mustafa Yoldas, sagte, er wisse nichts Genaues, könne jedoch nicht ausschließen, daß die Filme dort verkauft worden seien. Wenn sie antisemitisch seien, sei das “nicht in Ordnung”.
Die Centrum Moschee ist die Millî Görüş-Zentrale für Hamburg und Herr Yoldaş, der sich so überrascht gibt, wurde von dieser Moschee in die Schura entsandt (hier auf “Vorstand” klicken).
Für den fachkundig kommentierten Hinweis danke ich Hildegard Becker. Aber wir wollen nicht nur mäkeln, sondern dem HA dafür danken, dass es Herrn Yoldaşs Weltsicht öffentlich bekannt macht:
Er halte es jedoch für richtig, “bereits den Kindern zu zeigen, wie israelische Soldaten Zivilisten, Frauen und Kinder ermorden”. Auch die Verbreitung eines Filmes für Kinder, in dem ein fiktiver israelischer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten palästinensische Kinder entführen läßt, um ihnen Organe zu entnehmen, hält er nicht für bedenklich. Die Gewalt passiere ja tatsächlich, sagte er dem Abendblatt.
In der Türkei übrigens, sind diese DVDs bzw. Video-CDs in jeder islamischen Buchhandlung zu finden. Es handelt sich offenkundig um Bestseller.
+++Nachtrag+++
1. Hinweis von Hildegard Becker:
Der Imam, der für das HA „am Freitag nicht zu erreichen“ war, ist Ramazan Ucar. Er ist Imam und Vorsitzender der Centrum-Moschee Hamburg sowie Landesvorsitzender IGMG Hamburg und Vorsitzender des BIG (Bündnis Islamischer Gemeinschaften).
2. Dem Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. wie auch der Schura Hamburg gehören vorwiegend Millî Görüş-Vereine an. An der Schura Hamburg ist zudem das Islamische Zentrum Hamburg, das von Iran unterstützt wird, federführend beteiligt. Ayatollah Sayed Abbas Ghaem-Maghami ist einer von drei Vorsitzenden.
***Nachträglicher***
Heute (18.7.) auch in der WELT.
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By M. Riexinger
Nicht nur an der dortigen Centrum Moschee wird antisemitische Propaganda verbreitet. [...]
[...] dem Libanon die schiitischen Moscheen und touren durch das Land. Um noch einmal daran zu erinnern: Zusammen mit Millî Görüş bilde [...]
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