Ein Bierchen haben sie ihm doch angeboten, die Mitbewohner.

Wednesday, August 23, 2006
Von Martin Riexinger

So könnte man billig witzeln, angesichts der Appells der deutschen Studentenwerke, “sich ausländischen Studenten zu öffnen“. Wieder der klassische Denkfehler, dass alle Probleme auf das Verhalten der Mehrheitsgesellschaft zurückzuführen seien. Bei einem “Flown-in-Terrorist” ist diese Vorstellung reichlich naiv.

Bookmark this:
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio
  • LinkedIn
  • TwitThis
  • Yigg
–––

Tags: , , , , ,

25 Responses to “Ein Bierchen haben sie ihm doch angeboten, die Mitbewohner.”

  1. Ein interessanter Beitrag zu Griechen in Amerika: Hier.

    countries in some intermediate range of political freedom are shown to be more prone to terrorism than countries with high levels of political freedom or countries with highly authoritarian regimes.

    … das können Sie ja nun nicht auf Hellas beziehen.

    die perser waren alle keine terroristen.

    Wer hat was anderes behauptet?

    #7005
  2. libero

    @Herr Kreutz
    das beziehe ich auch nicht auf Griechenland. Ich bin mit Kenneth Stein (2. link) in der Beurteilung einig, daß die Regierungen des mittleren Ostens daran scheitern, ein gemeinsames Gefühl für Staatsbürgerschaft und Pluralismus in ihren Bevölkerungen aufzubauen. Im Prinzip sind das immer noch Staaten in den Geburtswehen. Man denkt noch in Kategorien wie Stamm, Sippe, Sekte. Da ist Terrorismus nicht selten. Das Konzept des einheitlichen Nationalstaates ist bei diesen Staaten nicht anwendbar.

    #7007
  3. N. Neumann

    doch, herr kreutz, ich habe als student die gegenteiligen
    erfahrungen gemacht.

    Möglicherweise existiert ein gruppendynamisch induzierter Unterschied zwischen verhältnismäßig vielen griechischen bzw. deutsch-griechischen Studenten am Fachbereich Neugriechisch und verhältnismäßig wenigen griechischen bzw. deutsch-griechischen Studenten an anderen Fachbereichen.

    Darüber hinaus wäre es zumindest plausibel, dass vergleichsweise viele (Deutsch-)Griechen, die in Deutschland Neugriechisch studieren, durch eine vergleichsweise stärker ausgeprägte Bindung an die griechische Sprache, Kultur, Nation und Landsleute auch losgelöst von der Gruppendynamik am Fachbereich ein vergleichsweise geringeres, nicht unbedingt bewusstes Bedürfnis haben, Kontakte mit nicht-griechischen Kommilitonen zu pflegen.

    #7009
  4. @ Libero

    Ich hoffe, Sie sind sich darüber im klaren, dass Ihre Ansicht in hohem Masse politisch inkorrekt ist. Der von mir geschätzte Efraim Karsh (s. Blogroll) schrieb einmal:

    It is here that the sources of Middle Eastern volatility lie. As demonstrated in my article, the term “Arab nationalism” is a misnomer. It represents not a genuine national movement or ideal but is a euphemism for raw imperialism. There is not and has never existed an “Arab nation” and its invocation has been nothing but a clever ploy to rally popular support behind one’s quest for regional mastery. Before the 1920s and 1930s, when Arabs began to be indoctrinated with the notion that all of them constituted one nation, there had been no general sense of “Arabism” among the Arabic-speaking populations of the Middle East. There was only an intricate web of local loyalties to one’s clan, tribe, village, town, religious sect, or localized ethnic minority—overarched by submission to the Ottoman sultan-caliph in his capacity as the religious and temporal head of the worldwide Muslim community.

    Damit hat er sich in der Zunft der Nahosthistoriker sehr unbeliebt gemacht….

    #7010
  5. @ N. Neumann

    Nein, meine Beobachtungen und Erfahrungen beziehen sich auch auf Griechenland.

    Ich muss hier auch eigentlich nicht erwähnen, dass ich griechische Freunde habe. Ich spreche von TENDENZEN innerhalb der griechischen Gesellschaft, bzw. community.

    #7011
  6. Libero

    @M. Kreutz
    Ich kenne Prof. Karsh nicht. Das Erreichbare habe ich kopiert. Dafür kenne ich “Verrat in schwarzen Zelten” und einige Berichte von Entdeckungsreisenden.

    Allerdings bin ich mißtrauisch, wenn bei einem langandauernden Konflikt ein Opponent meint, die Schuld am Konflikt liegt ausschließlich bei der Gegenseite.

    #7012
  7. Dann verrate ich Ihnen mal ein Geheimnis: Sie werden überhaupt keinen Konflikt finden, bei dem nicht die eine Seite die Schuld daran der anderen gibt.

    #7016
  8. Vielleich ist die Sache mit den Bierchen doch nicht so trivial. Bekannte, welche die Entwicklunegn unter arabischen und türkischen Studenten über die Jahrzehnte verfolgt haben, bnehmen eine stetige Zunahme der religiös orientierten wahr. Mit anti-imperialistischen Phrasendreschern alten Schlages mag man politisch nicht einer Meinung sein, lebensweltlich gibt es doch Berührungspunkte.
    Schwerer wiegt in dieser Hinsicht u.U. die Ablehnung gemeinsamer Aktivitäten von Männlein und Weiblein.

    Aber eine TU um 1980 dürfte für Radikalislamisten in dieser Hinsicht unbedenklich gewesen sei;-)

    #7017
  9. Libero

    @M.Kreutz
    Mit Opponenten meinte ich dem Fall eigentlich wissenschaftliche Opponenten des Prof. Karsh.

    Sicherlich ist alles berechtigt, was er gegen Araber anführt, aber vielleicht fällt es nur mir auf. Wenn ich Prof. Karsh lese, lese ich nur etwas von gewissenlosen und niederträchtigen Arabern, von Menschen, die das Böse an sich repräsentieren. Damalige und gegenwärtige Araber, über die er Positives zu schreiben weiß, scheint es nicht zu geben.

    #7019

Bad Behavior has blocked 18604 access attempts in the last 7 days.