Ein Bierchen haben sie ihm doch angeboten, die Mitbewohner.

Wednesday, August 23, 2006
Von Martin Riexinger

So könnte man billig witzeln, angesichts der Appells der deutschen Studentenwerke, “sich ausländischen Studenten zu öffnen“. Wieder der klassische Denkfehler, dass alle Probleme auf das Verhalten der Mehrheitsgesellschaft zurückzuführen seien. Bei einem “Flown-in-Terrorist” ist diese Vorstellung reichlich naiv.

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25 Responses to “Ein Bierchen haben sie ihm doch angeboten, die Mitbewohner.”

  1. N. Neumann

    Vielleich ist die Sache mit den Bierchen doch nicht so trivial.

    Zumal Abstinenzler unterschiedlicher Beweggründe (Religion, persönlicher Geschmack, schlechte Rollenvorbilder innerhalb der Familie, Medizinisches) bei Weitem nicht notwendigerweise die Gesellschaft von Biertrinkern meiden, anders geartete Kaltgetränke meistens nicht außer Reichweite sind und auch nicht jede studentische Einladung auf Bierchen im kollektiven Primatenstadium endet.

    Nicht Bierchen (unislamisches Angebot, dass “Flown-in-Terrorists” womöglich zum Explodieren bringen könnte, und das wollen wir ja nicht), aber Jointchen.

    Ein türkisch-kurdischstämmiger Freund (Alevit), der vor allem gerne Kölsch trinkt, hat während seiner Studienzeit hin und wieder mit einem Afghanen und einem Libanesen, die beide so gut wie nie Alkohol tranken, gekifft.

    Er fand die Konstellation natürlich ulkig (”fehlt nur noch ein Marokkaner, hihi”) bzw. merkwürdig (”Bier pfui, Hanf hui?!”). Die beiden wiesen ihn jedoch sinngemäß darauf hin, dass ihr Konsumverhalten gemessen an ihrer Herkunft, ähnlich wie in Marokko, kulturell so abnorm nicht sei und dementsprechend mithin erst maßloser Konsum als gesellschaftlich inakzeptabel gelten würde.

    #7020
  2. libero

    Einige Zeitungen berichten, das der Libanese in Diskussion alles andere als unauffällig war und auch bei einer Demonstration leicht erkennbar mitmarschierte. Das waren eigentlich genug Indizien.

    Wir haben wohl das Problem, das die Weitergabe solcher Informationen in Deutschland noch als Denunziation gewertet wird.

    #7021
  3. Wenn ich Prof. Karsh lese, lese ich nur etwas von gewissenlosen und niederträchtigen Arabern, von Menschen, die das Böse an sich repräsentieren.

    Das können wir schnell klären. Karsh sagt:

    This conventional view – absolving Middle Easterners and blaming the West – is academically unsound and morally reprehensible. It is academically unsound because the facts tell an altogether different story of modern Middle Eastern history, one that has consistently been suppressed because of its incongruity with the politically correct dogmas of the Arabist establishment. And it is morally reprehensible because denying the responsibility of individuals and societies for their actions is patronizing and in the worst tradition of the “white man’s burden” approach, which has dismissed regional players as half-witted creatures, too dim to be accountable for their own fate.

    Sie brauchen keine Angst zu haben, Karsh sagt nicht Böses über Araber.

    #7023
  4. Madeleine Bunting erklärt es uns:

    for example, non-Muslim Britain hasn’t begun to grasp how big an obstacle alcohol is to Muslims’ participation. As alcohol consumption has soared in the past two decades, Muslims have been left to negotiate its centrality in British social life – at work, school or university, or as neighbours – with great difficulty. Alcohol is probably now one of the most effective and unquestioned forms of exclusion practised in the UK, affecting every kind of social network.

    #7034

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