Klarstellung
Zur Person des hier kritisierten Theologen Thomas Naumann, stellt Prof. Bernd Kollmann aus Siegen klar:
Welche Konsequenzen solch ein Vorgehen haben kann, zeigen die an Niveaulosigkeit kaum zu überbietenden Kommentare, die mit viel Phantasie munter drauf los zu fabulieren. Da wird Thomas Naumann zum “PDS-Theologen”, zum Anbiederer an “Islamofachisten” und implizit sogar zum “Israelhasser”. In diesem Zusammenhang nur zwei Informationen, um die Dinge gerade zu rücken: Thomas Naumann wurde aus der DDR ausgebürgert und steht damit nicht unbedingt im Verdacht, “sich aus alter Gewohnheit vor Leuten zu verbeugen” oder sich in besonderem Maße der PDS anzudienen (wobei mir ohnehin rätselhaft ist, was dies mit der Islam-Thematik zu tun haben soll). Und er ist seit seit langem im christlich-jüdischen Dialog engagiert und derzeit Präsident des “Studienkreises Kirche und Israel in Rheinland und in Westfalen”.
Am Anlass der Kritik, dass islamophile Aussagen als Unterwerfungsgesten aufgefasst werden, ändert dies nichts. Herr Naumann sollte sich aber auch der Tatsache bewusst sein, dass er von antisemitischen Organisationen wie Milli Görüş als Kronzeuge zitiert wird:
http://www.milligorus.fr/modules.php?name=News&file=article&sid=179

>Thomas Naumann wurde aus der DDR ausgebürgert und steht damit nicht unbedingt im Verdacht, “sich aus alter Gewohnheit vor Leuten zu verbeugen” oder sich in besonderem Maße der PDS anzudienen.
Ich hatte in meinem Kommentar ja exakt darüber gerätselt, warum gerade lutherische Theologen, die von einem totalitären System schikaniert wurden, ideologisch wieder die Nähe zu Law and Order suchen, diesmal dem islamischen, statt die evangelische Freiheit.
Wenn Herr Prof. Kollmann aus Siegen nicht begreift, was die aktuellen Hauptströmungen des Islam – die sich langfristig auch ändern könnten, versteht sich – mit autoritären Strukturen zu tun haben, kann ich ihm auch nicht helfen.
Von diesen lutherischen Theologen (noch mehr -innen) gibt es nach meiner Erfahrung leider sehr viele, und als Protestantin fühle ich mich durch sie konstant beschämt. Herr Naumanns Form von Mohammed-Lob stellt dabei für mich einen traurigen Höhpunkt dar.
Ich hatte über dieses traurige Phänomen evangelischer Autoritarismusbegeisterung nur offen gerätselt, wohlbemerkt, da ich Herrn Naumann nicht näher kenne. Insofern habe ich auch nicht gesagt, dass Herr Naumann persönlich ein PDS-Anhänger sei.
Menschen sind oft widersprüchlich. Manchmal weiß die eine Gehirnhälfte offenbar nicht, was die andere denkt. Denn ich habe schon so viele Lutheraner erlebt, die dem linken (d. h. keinem dezidiert religiösen, aber einem bestimmten politischen) Antisemitismus verfallen sind und gleichzeitig heulend vor einem KZ-Tor stehen können. In beiden Aspekten muss man solche Menschen ernst nehmen – und sie scharf auf Widersprüche hinweisen.
>Thomas Naumann wurde aus der DDR ausgebürgert und steht damit nicht unbedingt im Verdacht, “sich aus alter Gewohnheit vor Leuten zu verbeugen” oder sich in besonderem Maße der PDS anzudienen (wobei mir ohnehin rätselhaft ist, was dies mit der Islam-Thematik zu tun haben soll). Und er ist seit seit langem im christlich-jüdischen Dialog engagiert und derzeit Präsident des “Studienkreises Kirche und Israel in Rheinland und in Westfalen”.
[...] giöser Murks” fällt mir auch ein: – “Ich verbeuge mich vor Muhammad” – Klarstellung (und Gegen-Klarstellung von mir)
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