Keine Freunde, nirgends

By Michael Kreutz · September 5, 2006

Im Irak werden nicht nur die Amerikaner gehasst, sondern Ausländer insgesamt. Zu diesem Ergebnis kommt der amerikanische Politikwissenschaftler Ronald Inglehart (University of Michigan). Inglehart glaubt, diese weit verbreitete Haltung sei die langfristige Folge von Diktatur und Krieg, aber auch des aktuellen Terrors:

Im Irak wurde 2004 nach der Haltung zu Ausländern aus spezifischen Ländern gefragt. Erwartungsgemäß stößt dort der Gedanke, Tür an Tür mit Amerikanern oder Briten zu wohnen, auf massive Ablehnung (87 Prozent). Aber selbst einen Nachbarn aus Frankreich, das den Krieg abgelehnt hat, möchten kaum weniger Iraker haben (84 Prozent). Auch gegenüber Türken und Iraner hegt mehr als die Hälfte der Iraner negative Gefühle. Die irakischen Kurden, in deren Gebieten es weniger Anschläge gibt, sind etwas positiver eingestellt gegenüber Fremden.

Eine aktuelle Umfrage im Irak (Ende April 2006) belegt, dass dort xenophobische Einstellungen in jüngster Zeit sich noch verstärkt haben. Inzwischen lehnen 90 Prozent der befragten Iraker Franzosen ab. Sogar der Negativwert für Jordanier stieg zwischen 2004 und 2006 von 45 auf 61 Prozent.

Wie bitte, auch Franzosen werden nicht gemocht? Unerhört.


Dank an Abla.


Siehe auch:
Bloss keinen Amerikaner zum Nachbarn!, 28. August 2006.

Bookmark this:
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Furl
  • MisterWong
  • Slashdot
  • Wikio
  • LinkedIn
–––

Ähnliche Beiträge:

Comments

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.


Urlaub Antalya