Kulturrevolution im Iran
Die westiranische Stadt Kermanschah beherbergt ein 1700 Jahre altes archäologisches Erbe. Der Bau einer Metro in unmittelbarer Nähe der antiken Stätte war deshalb schon einmal auf Eis gelegt worden, weil diese durch die Ausschachtung des Bodens beschädigt werden könnte. Unter Ahmadi-Nejad wurde dieser Plan jedoch wiederbelebt, und das, so mutmassen Archäologen, ist nicht nur eine Rücksichtslosigkeit gegenüber dem archäologischen Erbe, sondern eine bewusste Zerstörung vorislamischer Kultur.
Iranische Dissidenten vergleichen das Vorgehen der iranischen Behörde mit der Zerstörung der Buddha-Statuen im afghanischen Bamyian 2001 durch die Taliban. Hinzu kommt, dass es sich hierbei nicht um den ersten Skandal dieser Art handelt. So ist in den südiranischen Städten Pasargad und Persepolis (Takhte Jamshid) der Bau eines Staudamms geplant. Bei beiden Städten handelt es sich um Zentren der altpersischen Achämenidendynastie, deren Ära einen Höhepunkt iranischer Kulturgeschichte darstellt und von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde.
Mit der Zerstörung des vorislamischen Erbes einher gehen weitere Schritte des Mullah-Regimes, die Islamierung des Bildungswesens voranzutreiben. Beides ist durchaus im Zusammenhang zu sehen: Wo die islamische Geschichte auf Kosten der vorislamischen Zeit aufgewertet wird, sinkt die Wertschätzung für das vorislamische Erbe. Da Gegner der gegenwärtigen Theokratie vor allem auf die Symbole der Achämenidenzeit rekurrieren, wird somit ein Quelle vorislamisch begründeten Nationalstolzes verschlossen. Und die Menschheit um ein Weltkulturerbe ärmer.
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Siehe auch:
• Zweite Kulturrevolution an iranischen Universitäten, 7. September 2006.
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Sowas machen Islamisten doch gerne: Ich denke nur an die Sprengung der jahrhundertealten Buddhastatuen von Bamiyan durch die Taliban.
[...] er 2006, • Zweite Kulturrevolution an iranischen Universitäten, 7. September 2006, • Kulturrevolution im Iran, 19. September 2006.
[...]
[...] Siehe auch: • Kulturrevolution im Iran, 18. September 2006. Die Kampagne lief in Teheran erst eine Woche später als in den Provonzen an. [...]