Dringender Diskussionsbedarf unter den Muslimen in Deutschland
Besteht nach Ansicht der “Islamischen Zeitung”.* Und zwar in einer ganz zentralen Frage:
Die Unterschiede bei der Datierung der islamischen Feste und des Ramadans in Deutschland sind ein anhaltendes Ärgernis.
Die einen halten sich nämlich an die astronomischen Berechnungen der türkischen Religionsbehörde, die anderen vertrauen allein der tatsächlichen Sichtung der Mondsichel, wenn es darum geht den ersten Tag eines islamischen Monats zu bestimmen. Zur wirklichen Gefahr werde dieser Zustand aus folgendem Grund:
Ein neuerer, eher bedenklicher Trend ist der, dass Muslime unabhängig von ihrer Moschee, ihren örtlichen Moscheegemeinden und den in Deutschland befindlichen Organisationen völlig individuell oder auf familiärer Ebene entscheiden, wann sie das Fasten beginnen oder die Feste begehen – sich danach richtend, wann sie im Fernsehen oder Internet sehen, wie in Mekka verfahren wird oder in irgendeinem muslimischen Land – nach dem Prinzip, dass man Mekka folgt oder aber dem erstbesten Land, in dem der Mond gesichtet wird. Diese zunehmende Individualisierung solch wichtiger Entscheidungen, die das gemeinschaftliche religiöse Leben der Muslime betreffen, ist sehr bedenklich und ein weiterer Schritt zur Individualisierung und Privatisierung der islamischen Lebenspraxis: Der Islam wird zunehmend zur „Privatsache“.
*http://islamische-zeitung.de/?id=8181
–––
Übrigens gibt es da eine private muslimische Seite, die sich mit dieser Thematik beschäftigt und die verschiedenen Anfangszeiten gar nicht mal so schlecht findet.
http://www.mondsichtung.de