Tapfere Sprachschützer verteidigen die deutsche Seele gegen Amerika und den Kapitalismus

By Michael Kreutz · February 9, 2007

Wir verkaufen heute unsere Seelen für Geld. Ich habe da eigentlich gar keine Ausdrücke für. Es ist mehr als ein Skandal. Ein Volk kann sich gar nicht mehr erniedrigen, [als] indem es seine eigene Sprache nicht mehr spricht, sondern die Sprache der, in Anführungszeichen, Sieger einfach übernimmt.

Den Einfluss von Amerika, den merkt man ja auf allen Ebenen, auch in der Politik. Unsere ganzen Systeme werden angepasst und dazu gehört auch diese ganze Forderung nach Abschaffung des Kündigungsschutzes und, und Amerika– „Heuern und Feuern“, das soll bei uns auch eingeführt werden. So, der Trend zum Amerikanisieren der ist ganz stark vohanden.

Diese derbe Mischung aus Antiamerikanismus und Antikapitalismus, vorgetragen in feinstem PISA-Deutsch (gefunden beim “Bremer Sprachblog” – unbedingt ganzen Text lesen!), stammt aus den Reihen des “Verein für Deutsche Sprache” und wer jemals geglaubt hat, diese Truppe sei irgendetwas anderes als eine Ansammlung verschrobener Hinterwäldler, der ist selber schuld.

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Comments

5 Responses to “Tapfere Sprachschützer verteidigen die deutsche Seele gegen Amerika und den Kapitalismus”

  1. Jean-Luc Levasydas on February 26th, 2007 1:44 pm

    Von einem Beitrag auf alle anderen Mitglieder dieses Vereins zu schliessen und diesen Verein als Hinterwäldler ist wohl etwas oberflächlich.

    Ihnen dürfte entgangen sein, dass sich mittlerweile in den US wie auch U.K. eine Bewegung etabliert hat, die dem business talk etwas entgegensetzen will.

    Und diese Personen auch als Einwohner von Peoria zu klassifizieren wäre sicherlich unangebracht.

    Zu Ihrer Information hiert die entsprechende links:

    http://www.fightthebull.com/

    http://www.plainenglish.co.uk/

    Mit einem schönen denglish Ausdruck möchte ich mich verabschieden:

    Come in and find out

    Jean-Luc Levasydas

  2. Michael Kreutz on February 26th, 2007 2:11 pm

    Sie machen denselben Denkfehler wie der VDS. Gutes Deutsch zu schreiben ist eben eine Sache – den Kampf gegen schlechtes Deutsch zu institutionalisieren, eine andere. Wer für so etwas gleich einen Verein gründet, läuft Gefahr, dann nur noch Sprachverhunzung zu sehen. Darin liegt meine hauptsächliche Kritik.

    Und wenn Sie glauben, die von mir zitierten Äusserungen seien nicht repräsentativ für den VDS, dann lesen Sie sich einmal diesen Stuss aus dem Munde eines hochrangigen Funktionärs dieses Vereins durch.

  3. Jean-Luc Levasydas on February 26th, 2007 6:17 pm

    Wir in den US eröffnen eine website und veröffentlichen Bücher…

    Sie in Deutschland gründen Vereine

    Worin besteht der Unterschied?

    Und bitte unterstellen Sie mir nicht denselben Denkfehler wie beim VDS :-)

    Oder habe ich auch balderdash (Stuss) geschrieben:-)

  4. Michael Kreutz on February 26th, 2007 10:36 pm

    Vielleicht haben Sie recht und die Sprachschützer in den USA sind auch nicht besser als diejenigen hierzulande. Aber kämpft man dort auch gegen Anglizismen in der Sprache? ;-)

  5. Jean-Luc Levasydas on February 27th, 2007 9:05 pm

    Dear Mr. Kreutz,

    es geht mir hier nicht um Recht haben oder nicht, sondern lediglich darum anzumerken, dass balderdash Stuss sich nicht nur auf Deutschland oder Europa beschraenkt.

    Wenn Sie sich hier transatlantic forum nennen, ist es manchmal sehr helfreich auch über den Atlantik zu blicken.

    Angesichts der Tatsache, dass zum Beispiel im Jahr 2050 roundabout 25% der US Bevoelkerung Hispanics sein werden, nimmt in vielen Teilen der weissen Bevölkerung die Angst vor einer zunehmenden Dominierung der spanischen Sprache zu.

    Neben die offiziellen Verteidigern der englischen Sprache (precisely des amerikanischen English):

    http://www.us-english.org/inc/

    http://www.us-english.org/inc/.....asp?ID=232

    gibt es bereits Gruppe, die aehnlich wie der von ihnen zitierte Deutsche, sehr strikt auf einer einheitlichen homogenen Sprache bestehen.

    http://www.proenglish.org/

    Und wenn sie einmal in Fl., CA., AZ. gewesen sind, werden feststellen, dass sie mit dem amerikanischen English oftmals nicht communizieren koennen….

    Und to be honest:

    Wenn ich in Deutschland bin und die pseudoenglishen Expressions wie:

    service-point, come in and find out , body bag (für Rucksack) etc. lese, dann frage ich mich schon manchmal was dieser bullshit eigentlich soll.

    Im uebrigen was viele Non-Americans nicht wissen:

    English ist keine offizielle Sprache in den U.S. :-)

    Sprache ist und bleibt ein Herrschaftsinstrument.

    Schauen sie sich doch einmal die Konflikte in den unterschiedlichen Regionen Europas an.

    In Irland war der Gebrauch der gaelischen Sprache bis zur Unabhaengigkeit Anfang des vergangenen Jahrhunderts verboten.

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