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	<title>Comments on: Vernunft, Freiheit, Verfassung und Religion in den USA</title>
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	<description>Liberty and Democracy in East and West.</description>
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		<title>By: N. Neumann</title>
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		<dc:creator>N. Neumann</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Apr 2007 15:57:54 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;i&gt;Die Auswanderung religiöäs Verfolgter nach Amerika mit ihren weltsnschaulichen Konsequenzen ist nebenbei bemerkt ein anderer “Niederschlag” dieser Ereignisse.&lt;/i&gt;

Sicher, ich konzentrierte mich allerdings auf die Frage, wieso die Skepsis gegenüber Religion in (West)Europa ungleich verbreiteter ist als in den USA. 

Dementsprechend kommt hinzu, dass - einmal losgelöst von den lutherischen (Staats)Kirchen - die anderen protestantischen Glaubensgemeinschaften (um nicht zu sagen Sekten) in Europa teilweise bis ins 19. Jahrhundert hinein zwar mehr oder minder verfolgt wurden, aber ihrerseits gegenüber andersgläubigen Christen oder Personen, deren Sittenstrenge nicht den eigenen Maßstäben genügte, meistens nicht toleranter eingestellt waren und dort, wo sie konnten bzw. genügend herschaftliches Potenzial besaßen, auch nicht unbedingt toleranter agierten; man denke etwa an den calvinistischen Eifer in Genf oder die Politik der Puritaner in Großbritannien. So wussten letztere z.B. genau, wieso sie Hobbes ans Leder wollten, obwohl dieser sich doch sehr einseitig auf den gemeinsamen Feind, die Katholische Kirche (&quot;Das Reich der Finsternis&quot;) eingeschossen hatte.

Das Bild einer in Europa verfolgten protestantischen Unschuld, welches im Blick auf die Toleranz protestantischer Glaubensgemeinschaften gegenüber andersgläubigen Christen in den USA (oder aber auch mit Blick auf die Toleranz eines protestantischen Preußenkönigs und arg gebeutelte Hugenotten) manchmal durchschimmert, wäre durchgehend jedenfalls falsch. Die Intoleranz protestantischer Glaubensgemeinschaften in Europa erklärt sich nicht allein aus dem allzumenschlichen Verhalten, die Intoleranz der anderen mit eigener Intoleranz zu quittieren, sondern auch aus einem mithin politischen Eifer, der sich historisch bzw. insgesamt betrachtet - zumindest deutlich weniger und anders als in den USA des 18. und 19. Jahrhunderts - bei weitem nicht immer und überall in Wort oder Tat auf die eigene Glaubensgemeinschaft erstreckte. 

Ebendies bildete für Hobbes, etwas später Voltaire (dessen Thesenführung der Hobbeschen teilweise ähnelt) und manch andere zeitgenössische Beobachter bzw. Literaten im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts eine weiteren Grund für eine mehr oder weniger skeptische Haltung gegenüber Religion.  

So lässt sich im gegebenen Kontext von einem &quot;kritischen Kummulationseffekt&quot; sprechen: Die aus Machtgründen erfolgte politische Kastration und Zähmung der christlichen Religion durch den spätneuzeitlichen sowie frühmodernen Staat wurde aufgrund ihrer Konfliktaffinität von Teilen der (früh)bürgerlichen Intelligenz befürwortet. Aber durch den nicht zuletzt damit gemachten Anfang vom Ende handfester innerchristlicher oder zumindest partiell religiös motivierter Auseinandersetzungen blieben bzw. wurden die Kirchen Teil der Obrigkeit, teilweise von ihr abhängig und konnten somit - trotz und wegen Luther - wenig emanzipatorisches Potenzial entfalten.

Dementsprechend finden sich in der europäischen Geistesgeschichte mit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend Naturrechtskonzeptionen bzw. Berufungen auf das Naturrecht, die im zunehmend geringen Maße auf Gott bzw. Religion rekurrieren oder sogar ganz darauf verzichten.

(Wobei mit alledem nicht gesagt sei, dass eine szientistisch orientierte Religionsskepsis in Europa insgesamt keine Rolle gespielt hätte.)    

&lt;i&gt;BTW: Die französischen Religionskriege haben Sie übersehen.&lt;/i&gt;

Stimmt. Aber ich denke, meine Kommentare sind lang genug.

P.S.: @Michael Kreutz

Der deutsche Philosoph und Soziologe Hermann Lübbe (ein liberaler Konservativer) hat über die aus europäischer Sicht eigentümliche Säkularität bzw. den Erhalt der Volksfrömmigkeit in den USA mindestens einen ebenso schlüssigen wie interessanten Aufsatz geschrieben, der sich von den Thesen Himmelfarbs unterscheidet, ihnen jedoch nicht widerspricht. Ich kann auf die Schnelle leider nichts mehr über den Ort der Veröffentlichung sagen. Wenn sie weiterhin am Thema interessiert sind, gucken Sie doch einfach mal nach Lübbe - Religion - USA, so ab Mitte der 90er, ich denke der könnte ihnen Spaß machen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><i>Die Auswanderung religiöäs Verfolgter nach Amerika mit ihren weltsnschaulichen Konsequenzen ist nebenbei bemerkt ein anderer “Niederschlag” dieser Ereignisse.</i></p>
<p>Sicher, ich konzentrierte mich allerdings auf die Frage, wieso die Skepsis gegenüber Religion in (West)Europa ungleich verbreiteter ist als in den USA. </p>
<p>Dementsprechend kommt hinzu, dass &#8211; einmal losgelöst von den lutherischen (Staats)Kirchen &#8211; die anderen protestantischen Glaubensgemeinschaften (um nicht zu sagen Sekten) in Europa teilweise bis ins 19. Jahrhundert hinein zwar mehr oder minder verfolgt wurden, aber ihrerseits gegenüber andersgläubigen Christen oder Personen, deren Sittenstrenge nicht den eigenen Maßstäben genügte, meistens nicht toleranter eingestellt waren und dort, wo sie konnten bzw. genügend herschaftliches Potenzial besaßen, auch nicht unbedingt toleranter agierten; man denke etwa an den calvinistischen Eifer in Genf oder die Politik der Puritaner in Großbritannien. So wussten letztere z.B. genau, wieso sie Hobbes ans Leder wollten, obwohl dieser sich doch sehr einseitig auf den gemeinsamen Feind, die Katholische Kirche (&#8221;Das Reich der Finsternis&#8221;) eingeschossen hatte.</p>
<p>Das Bild einer in Europa verfolgten protestantischen Unschuld, welches im Blick auf die Toleranz protestantischer Glaubensgemeinschaften gegenüber andersgläubigen Christen in den USA (oder aber auch mit Blick auf die Toleranz eines protestantischen Preußenkönigs und arg gebeutelte Hugenotten) manchmal durchschimmert, wäre durchgehend jedenfalls falsch. Die Intoleranz protestantischer Glaubensgemeinschaften in Europa erklärt sich nicht allein aus dem allzumenschlichen Verhalten, die Intoleranz der anderen mit eigener Intoleranz zu quittieren, sondern auch aus einem mithin politischen Eifer, der sich historisch bzw. insgesamt betrachtet &#8211; zumindest deutlich weniger und anders als in den USA des 18. und 19. Jahrhunderts &#8211; bei weitem nicht immer und überall in Wort oder Tat auf die eigene Glaubensgemeinschaft erstreckte. </p>
<p>Ebendies bildete für Hobbes, etwas später Voltaire (dessen Thesenführung der Hobbeschen teilweise ähnelt) und manch andere zeitgenössische Beobachter bzw. Literaten im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts eine weiteren Grund für eine mehr oder weniger skeptische Haltung gegenüber Religion.  </p>
<p>So lässt sich im gegebenen Kontext von einem &#8220;kritischen Kummulationseffekt&#8221; sprechen: Die aus Machtgründen erfolgte politische Kastration und Zähmung der christlichen Religion durch den spätneuzeitlichen sowie frühmodernen Staat wurde aufgrund ihrer Konfliktaffinität von Teilen der (früh)bürgerlichen Intelligenz befürwortet. Aber durch den nicht zuletzt damit gemachten Anfang vom Ende handfester innerchristlicher oder zumindest partiell religiös motivierter Auseinandersetzungen blieben bzw. wurden die Kirchen Teil der Obrigkeit, teilweise von ihr abhängig und konnten somit &#8211; trotz und wegen Luther &#8211; wenig emanzipatorisches Potenzial entfalten.</p>
<p>Dementsprechend finden sich in der europäischen Geistesgeschichte mit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend Naturrechtskonzeptionen bzw. Berufungen auf das Naturrecht, die im zunehmend geringen Maße auf Gott bzw. Religion rekurrieren oder sogar ganz darauf verzichten.</p>
<p>(Wobei mit alledem nicht gesagt sei, dass eine szientistisch orientierte Religionsskepsis in Europa insgesamt keine Rolle gespielt hätte.)    </p>
<p><i>BTW: Die französischen Religionskriege haben Sie übersehen.</i></p>
<p>Stimmt. Aber ich denke, meine Kommentare sind lang genug.</p>
<p>P.S.: @Michael Kreutz</p>
<p>Der deutsche Philosoph und Soziologe Hermann Lübbe (ein liberaler Konservativer) hat über die aus europäischer Sicht eigentümliche Säkularität bzw. den Erhalt der Volksfrömmigkeit in den USA mindestens einen ebenso schlüssigen wie interessanten Aufsatz geschrieben, der sich von den Thesen Himmelfarbs unterscheidet, ihnen jedoch nicht widerspricht. Ich kann auf die Schnelle leider nichts mehr über den Ort der Veröffentlichung sagen. Wenn sie weiterhin am Thema interessiert sind, gucken Sie doch einfach mal nach Lübbe &#8211; Religion &#8211; USA, so ab Mitte der 90er, ich denke der könnte ihnen Spaß machen.</p>
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		<title>By: Serdar</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38862</link>
		<dc:creator>Serdar</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Apr 2007 14:03:03 +0000</pubDate>
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		<description>Das hab ich erst nachträglich erfahren, das er nach Göttingen ist. Naja es gibt hier auch sehr viel zu organisieren. Die Zeit fehlt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das hab ich erst nachträglich erfahren, das er nach Göttingen ist. Naja es gibt hier auch sehr viel zu organisieren. Die Zeit fehlt.</p>
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		<title>By: marriex</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38861</link>
		<dc:creator>marriex</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Apr 2007 12:17:36 +0000</pubDate>
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		<description>&gt;  wird ja auch von der Frankfurter Schule vertreten (Dialektik der Aufklärung)

Das ist aber Humbug und in diesem Kontext liegt eine gewisse Ironie darin, dass Horkheimer &amp; Adorno die USA als besonders faschismusanfällig beschreiben, da besonders kapitalistisch.

Off topic: Warum haben Sie Ihren Chef eigentlich nicht nach Göttingen begleitet?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&gt;  wird ja auch von der Frankfurter Schule vertreten (Dialektik der Aufklärung)</p>
<p>Das ist aber Humbug und in diesem Kontext liegt eine gewisse Ironie darin, dass Horkheimer &amp; Adorno die USA als besonders faschismusanfällig beschreiben, da besonders kapitalistisch.</p>
<p>Off topic: Warum haben Sie Ihren Chef eigentlich nicht nach Göttingen begleitet?</p>
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		<title>By: marriex</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38849</link>
		<dc:creator>marriex</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2007 09:53:22 +0000</pubDate>
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		<description>@NN

&gt; Eine für Europa ungleich verheerendere Wirkung hatten der 30-jährige Krieg und die konfessionellen Bürgerkriege in Großbritannien zwischen der Mitte des 17. und der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihren Niederschlag in der politischen Ideengeschichte Europas fanden beide z.B. besonders deutlich beim zumindest aus heutiger Sicht konservativen und autoritären Staatstheoretiker Thomas Hobbes.

Die Auswanderung religiöäs Verfolgter nach Amerika mit ihren weltsnschaulichen Konsequenzen ist nebenbei bemerkt ein anderer &quot;Niederschlag&quot; dieser Ereignisse.

BTW: Die französischen Religionskriege haben Sie übersehen.

&gt; Die Pfaffen erschienen zurecht lange Zeit und vielerorts, zumal in einigen Erziehungseinrichtungen, nicht einfach als besonders religiöse Personen, deren Ideen manch Bürger- und später auch Arbeiterkind wenig einleuchteten, sondern als Anhängsel einer häufig ungeliebten Obrigkeit.

Weswegen mit der Obrigkeit weniger verbundene Religionen weit weniger schnell erodierten...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@NN</p>
<p>&gt; Eine für Europa ungleich verheerendere Wirkung hatten der 30-jährige Krieg und die konfessionellen Bürgerkriege in Großbritannien zwischen der Mitte des 17. und der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihren Niederschlag in der politischen Ideengeschichte Europas fanden beide z.B. besonders deutlich beim zumindest aus heutiger Sicht konservativen und autoritären Staatstheoretiker Thomas Hobbes.</p>
<p>Die Auswanderung religiöäs Verfolgter nach Amerika mit ihren weltsnschaulichen Konsequenzen ist nebenbei bemerkt ein anderer &#8220;Niederschlag&#8221; dieser Ereignisse.</p>
<p>BTW: Die französischen Religionskriege haben Sie übersehen.</p>
<p>&gt; Die Pfaffen erschienen zurecht lange Zeit und vielerorts, zumal in einigen Erziehungseinrichtungen, nicht einfach als besonders religiöse Personen, deren Ideen manch Bürger- und später auch Arbeiterkind wenig einleuchteten, sondern als Anhängsel einer häufig ungeliebten Obrigkeit.</p>
<p>Weswegen mit der Obrigkeit weniger verbundene Religionen weit weniger schnell erodierten&#8230;</p>
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	<item>
		<title>By: N. Neumann</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38848</link>
		<dc:creator>N. Neumann</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 20:53:56 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;i&gt;MK: Da in Westeuropa seit den Kreuzzügen und der Inquisition (nicht zu unrecht) die Religion grundsätzlich im Verdacht steht, ein totalitären Potential zu haben, das es zu beherrschen gilt, wird hierzulande selten eine Weltanschauung vertreten, die Religiosität mit Individualismus kombiniert.&lt;/i&gt;

Einschränkend und ergänzend drei knappe Bemerkungen zur europäischen Religionsskepsis: 

1. Die Kreuzzüge spielten aller Versprichwörtlichung zum Trotz als Vehikel der Religionskritik in der spätneuzeitlichen und modernen politischen Ideengeschichte Europas verglichen mit der Inquisition eine untergeordnete Rolle. Sie richteten in Europa keine Verwüstungen an.

2. Eine für Europa ungleich verheerendere Wirkung hatten der 30-jährige Krieg und die konfessionellen Bürgerkriege in Großbritannien zwischen der Mitte des 17. und der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihren Niederschlag in der politischen Ideengeschichte Europas fanden beide z.B. besonders deutlich beim zumindest aus heutiger Sicht konservativen und autoritären Staatstheoretiker Thomas Hobbes. Aufgrund der zu seiner Zeit massiven Konfliktaffinität des Christentums stellte er den Leviathan über jede Variante desselben.   

3. Realgeschichtlich betrachtet muss das Christentum im Europa nach Ende des 30-jährigen Krieges - eingedenk seiner Spaltung sowie allen unterschiedlichen institutionellen Arrangements zwischen Staat und Kirche - mit zunehmender Zeit als eine dem Staat untergeordnete politische Kraft gelten. Damit blieb bzw. wurde (Protestantismus) es jedoch, wenn auch regional unterschiedlich, Teil der staatlichen Obrigkeit, ihr Diener oder ihr Instrument. Und eben auch diese, man könnte sagen: unamerikanische Verbindung zwischen mehr oder weniger autoritären Staaten und Kirche(n) befeuerte die Religionskritik innerhalb des Prozesses der Aufklärung. Zugespitzt und konkreter formuliert: Die Pfaffen erschienen zurecht lange Zeit und vielerorts, zumal in einigen Erziehungseinrichtungen, nicht einfach als besonders religiöse Personen, deren Ideen manch Bürger- und später auch Arbeiterkind wenig einleuchteten, sondern als Anhängsel einer häufig ungeliebten Obrigkeit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><i>MK: Da in Westeuropa seit den Kreuzzügen und der Inquisition (nicht zu unrecht) die Religion grundsätzlich im Verdacht steht, ein totalitären Potential zu haben, das es zu beherrschen gilt, wird hierzulande selten eine Weltanschauung vertreten, die Religiosität mit Individualismus kombiniert.</i></p>
<p>Einschränkend und ergänzend drei knappe Bemerkungen zur europäischen Religionsskepsis: </p>
<p>1. Die Kreuzzüge spielten aller Versprichwörtlichung zum Trotz als Vehikel der Religionskritik in der spätneuzeitlichen und modernen politischen Ideengeschichte Europas verglichen mit der Inquisition eine untergeordnete Rolle. Sie richteten in Europa keine Verwüstungen an.</p>
<p>2. Eine für Europa ungleich verheerendere Wirkung hatten der 30-jährige Krieg und die konfessionellen Bürgerkriege in Großbritannien zwischen der Mitte des 17. und der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihren Niederschlag in der politischen Ideengeschichte Europas fanden beide z.B. besonders deutlich beim zumindest aus heutiger Sicht konservativen und autoritären Staatstheoretiker Thomas Hobbes. Aufgrund der zu seiner Zeit massiven Konfliktaffinität des Christentums stellte er den Leviathan über jede Variante desselben.   </p>
<p>3. Realgeschichtlich betrachtet muss das Christentum im Europa nach Ende des 30-jährigen Krieges &#8211; eingedenk seiner Spaltung sowie allen unterschiedlichen institutionellen Arrangements zwischen Staat und Kirche &#8211; mit zunehmender Zeit als eine dem Staat untergeordnete politische Kraft gelten. Damit blieb bzw. wurde (Protestantismus) es jedoch, wenn auch regional unterschiedlich, Teil der staatlichen Obrigkeit, ihr Diener oder ihr Instrument. Und eben auch diese, man könnte sagen: unamerikanische Verbindung zwischen mehr oder weniger autoritären Staaten und Kirche(n) befeuerte die Religionskritik innerhalb des Prozesses der Aufklärung. Zugespitzt und konkreter formuliert: Die Pfaffen erschienen zurecht lange Zeit und vielerorts, zumal in einigen Erziehungseinrichtungen, nicht einfach als besonders religiöse Personen, deren Ideen manch Bürger- und später auch Arbeiterkind wenig einleuchteten, sondern als Anhängsel einer häufig ungeliebten Obrigkeit.</p>
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	<item>
		<title>By: Serdar</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38847</link>
		<dc:creator>Serdar</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 16:25:20 +0000</pubDate>
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		<description>Ich wußte gar nicht das Zaimoglu islamisch reaktionär wäre, besonders fromm oder praktizierend ist er nicht.

Und die These das die Aufklärung zu Auschwitz geführt hat, wird ja auch von der Frankfurter Schule vertreten (Dialektik der Aufklärung) oder auch von Zygmunt Baumann. Also originär islamische oder islamistisch ist das ja nun nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wußte gar nicht das Zaimoglu islamisch reaktionär wäre, besonders fromm oder praktizierend ist er nicht.</p>
<p>Und die These das die Aufklärung zu Auschwitz geführt hat, wird ja auch von der Frankfurter Schule vertreten (Dialektik der Aufklärung) oder auch von Zygmunt Baumann. Also originär islamische oder islamistisch ist das ja nun nicht.</p>
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	<item>
		<title>By: marriex</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38846</link>
		<dc:creator>marriex</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 09:45:08 +0000</pubDate>
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		<description>Na ja, geschrieben ohne nachzugucken.

&gt; These millions died, not because of our Founders’ Christian-Judeo worldview, but because of the ideas generated by egocentric Franco-Germanic thinkers such as Hegel, Comte, Rousseau, &lt;b&gt;Spencer&lt;/b&gt;, Babeuf, &lt;b&gt;Darwin&lt;/b&gt;, Freud, Marx, and Engels.

Freud hat zwar vorwiegend Unsinn produziert, dass er mit Berufung auf ihn Massenmorde klegitimiert wurden, wäre mir neu.

@ Marek Möhling

In der Tat:

http://harunyahya.com/books/darwinism/darkspell/darkspell1.php</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Na ja, geschrieben ohne nachzugucken.</p>
<p>&gt; These millions died, not because of our Founders’ Christian-Judeo worldview, but because of the ideas generated by egocentric Franco-Germanic thinkers such as Hegel, Comte, Rousseau, <b>Spencer</b>, Babeuf, <b>Darwin</b>, Freud, Marx, and Engels.</p>
<p>Freud hat zwar vorwiegend Unsinn produziert, dass er mit Berufung auf ihn Massenmorde klegitimiert wurden, wäre mir neu.</p>
<p>@ Marek Möhling</p>
<p>In der Tat:</p>
<p><a href="http://harunyahya.com/books/darwinism/darkspell/darkspell1.php" rel="nofollow">http://harunyahya.com/books/da.....spell1.php</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: marriex</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38845</link>
		<dc:creator>marriex</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 09:11:27 +0000</pubDate>
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		<description>&gt; The American Founders deliberately attempted to “people-proof” the new republic’s government, so that it would be – in Alexander Hamilton’s much quoted phrase – “a machine that would go of itself.” As a result, and to this day, Americans celebrate virtue, but remain skeptical of its value as a reliable check on governmental power.

Ich glaube nicht, dass sich ein so klarer Trennstrich zwischen amerikanischer-britischer und kontinentaleuropäischer Aufklärung ziehen lässt. Bei ihrer Verfassung wurden die Gründerväter schließlich von Montesquieu inspiriert. Jefferson und Franklin waren zudem nicht als besonders fromm bekannt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&gt; The American Founders deliberately attempted to “people-proof” the new republic’s government, so that it would be – in Alexander Hamilton’s much quoted phrase – “a machine that would go of itself.” As a result, and to this day, Americans celebrate virtue, but remain skeptical of its value as a reliable check on governmental power.</p>
<p>Ich glaube nicht, dass sich ein so klarer Trennstrich zwischen amerikanischer-britischer und kontinentaleuropäischer Aufklärung ziehen lässt. Bei ihrer Verfassung wurden die Gründerväter schließlich von Montesquieu inspiriert. Jefferson und Franklin waren zudem nicht als besonders fromm bekannt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Marek Möhling</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/comment-page-1/#comment-38844</link>
		<dc:creator>Marek Möhling</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 07:18:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/#comment-38844</guid>
		<description>Insgesamt eine interessante Zusammenfassung. Himmelfarb macht es sich mit ihrer ahistorischen These, die Aufklärung führe zu Ausschwitz, allerdings erstaunlich leicht. Ich höre sie übrigens auch von islamistischer bzw. islamisch reaktionärer Seite, zuletzt vertrat sie Feridun Zaymoglu im Gespräch mit H. M. Broder.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Insgesamt eine interessante Zusammenfassung. Himmelfarb macht es sich mit ihrer ahistorischen These, die Aufklärung führe zu Ausschwitz, allerdings erstaunlich leicht. Ich höre sie übrigens auch von islamistischer bzw. islamisch reaktionärer Seite, zuletzt vertrat sie Feridun Zaymoglu im Gespräch mit H. M. Broder.</p>
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