Dialog und Rückgrat

By Martin Riexinger · May 7, 2007

Von interreligiösen Dialogveranstaltungen halte ich ohnehin wenig. Was aber nun aus Hamburg berichtet wird, zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert bei vielen islamischen und christlichen Beteiligten Religions- und Meinungsfreiheit genießen:

HAMBURG/BERLIN, den 4. Mai 2007 - Im Kontext der derzeitigen Diskussion um das Verhältnis von Mehr­heitsgesellschaft und islamischer Minderheit wies die deutsche Bahá’í-Gemeinde in einer Pressemitteilung auf einen für die Bundesrepublik bisher einmaligen Vorgang in Hamburg hin. Die islamische SCHURA hat hier eine Aussperrung der Bahá’í-Religion aus dem “Interreligiösen Forum Hamburg” wo auch Christen, Juden, Buddhisten und andere aktiv sind, erzwun­gen.

Der Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg SCHURA e.V. spricht für den Islam im interreligiösen Dialog in Hamburg. Durch seine Leitungsfunktion in der SCHURA konnte das iranisch-schiitische Islamische Zen­trum Hamburg (IZH) unter der Führung von Ayatollah S. A. Hosseini Ghaemmaghami seine Ab­lehnung zu einer Aufnahme der Bahá’í durchsetzen. Zur Begründung wird argumentiert: dies käme einer Anerkennung der Bahá’í als Religion gleich. Das IZH erweist sich damit als der ver­längerte Arm der iranischen Religionspolitik in der Bundesrepublik. Denn: die iranische Staats- und Reli­gionsdoktrin leugnet das Existenzrecht der Bahá’í-Religion, da eine nach-islamische Religion nicht existieren kann und darf. Die Argumentation von Herrn Ghaemmaghami liegt ganz auf der Linie des bereits 1991 vom Obersten Islamischen Kulturrat verabschiedeten Golpeighani-Dokuments, wonach die kulturellen Wurzeln der Bahá’í auch im Ausland “anzugreifen” und zu “zerstören” seien.

Dank an Claudia Dantschke und Hildegard Becker.

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