Dialog und Rückgrat
Von interreligiösen Dialogveranstaltungen halte ich ohnehin wenig. Was aber nun aus Hamburg berichtet wird, zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert bei vielen islamischen und christlichen Beteiligten Religions- und Meinungsfreiheit genießen:
HAMBURG/BERLIN, den 4. Mai 2007 – Im Kontext der derzeitigen Diskussion um das Verhältnis von Mehrheitsgesellschaft und islamischer Minderheit wies die deutsche Bahá’í-Gemeinde in einer Pressemitteilung auf einen für die Bundesrepublik bisher einmaligen Vorgang in Hamburg hin. Die islamische SCHURA hat hier eine Aussperrung der Bahá’í-Religion aus dem “Interreligiösen Forum Hamburg” wo auch Christen, Juden, Buddhisten und andere aktiv sind, erzwungen.
…
Der Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg SCHURA e.V. spricht für den Islam im interreligiösen Dialog in Hamburg. Durch seine Leitungsfunktion in der SCHURA konnte das iranisch-schiitische Islamische Zentrum Hamburg (IZH) unter der Führung von Ayatollah S. A. Hosseini Ghaemmaghami seine Ablehnung zu einer Aufnahme der Bahá’í durchsetzen. Zur Begründung wird argumentiert: dies käme einer Anerkennung der Bahá’í als Religion gleich. Das IZH erweist sich damit als der verlängerte Arm der iranischen Religionspolitik in der Bundesrepublik. Denn: die iranische Staats- und Religionsdoktrin leugnet das Existenzrecht der Bahá’í-Religion, da eine nach-islamische Religion nicht existieren kann und darf. Die Argumentation von Herrn Ghaemmaghami liegt ganz auf der Linie des bereits 1991 vom Obersten Islamischen Kulturrat verabschiedeten Golpeighani-Dokuments, wonach die kulturellen Wurzeln der Bahá’í auch im Ausland “anzugreifen” und zu “zerstören” seien.
Dank an Claudia Dantschke und Hildegard Becker.
–––

Hallo Herr Reixinger, vielen Dank für diesen Artikel.
Hier wird wieder deutlich, wie schlau das Mullahapparat agiert und funktioniert. Die Turbandiktatur hat an allen wichtigen Schnittstellen (Parlamente, Räte, etc.) Lobbiysten installiert, die seit Jahr und Tag die Gegenseite bearbeiten und förmlich einlullen, um schließendlich die Resultate zu erzielen und Urteile herbeizuführen, die den Ayatollahs das Leben/Überleben erleichtern.
Ich habe gestern erfahren, dass eine Universität in Kanada, die University of Waterloo, den wohl mächtigsten und gestörtesten Mullah, Mohammad Taghi Mesbah Yazdi, eingeladen hat. Das Motto dieser Veranstaltung lautet: “Peace building through academic dialogue”.
Da hat wieder ein Lobbyist hervorragende Arbeit geleistet, denn jener Ayatollah ist nicht nur der “spirituelle” oder “ideologische” Mentor eines Ahmadinejads, er ist der mit Abstand fanatischste und skrupelloseste Kleriker überhaupt.
Unzählige Aufrufe zu Mord und Totschlag gegen Andersdenkende, Oppositionelle und Andersgläubige – er hat tatsächlich mal gesagt, dass der Islam die einzige Religion ist und jeder Nichtmohammedaner entweder zum Islam übertreten muss, anderenfalls bleibt ihm/ihr nur noch der Tod – gehen auf seine Kappe bzw. seinen Turban.
Ausgerechnet Mesbah Yazdi, der ideologische Vater von Saeed Mortazavai, der die Iran-Kanadierin Zahra Kazemi (RIP) getötet hat, soll auch noch in Kanada über den Frieden referieren. Welch ein groteskes und menschenverachtendes Schauspiel!