Wie der Iran al-Qaida unterstützt
Das iranische Mullahregime unterstützt Elemente der al-Qaida in Saudi-Arabien, wie die regierungsnahe saudische Zeitung “al-Watan” berichtet (Ar.). Demnach haben im Irak inhaftierte saudische Kämpfer, die in ihr Heimatland überstellt wurden, zugegeben, ihre Ausbildung zum Teil in iranischen Trainingslagern, zum Teil aber auch unter iranischer Führung im Irak selbst erhalten zu haben. Angehörige der der sog. “al-Qaida im Zweistromland” gaben zu Protokoll, dass das iranische Qods-Korps, das den iranischen Revolutionären Garden unterstellt ist, für das Training der Gotteskämpfer verantwortlich zeichnet. Für diese Information gibt es nach Angaben des “al-Watan”-Korrespondenten Muhammad al-Malfi mehrere glaubwürdige Quellen innerhalb und ausserhalb des Irak. Diese Quellen behaupten zwar, nicht mit Sicherheit sagen zu können, inwieweit die iranischen Führung Kenntnis von diesen Trainingslagern hat, aber man darf wohl davon ausgehen, dass dies der Fall ist. Dr. Mustafa al-Ani, Direktor der Abteilung für Nationale Sicherheit und Terrorismusstudien am Golf-Forschungszentrum, hält es immerhin für möglich, dass das Qods-Korps mit der al-Qaida zusammenarbeitet, was damit zu erklären sei, dass der Kampf gegen den gemeinsamen Feind wichtiger sei als ideologische Differenzen.
Die anscheinend der al-Qaida nahestehende Webseite “Ana al-Muslim” hat den arabischen Originaltext ebenfalls veröffentlicht (Ar.) und bestreitet, dass es irgendeine Form der Kooperation der al-Qaida mit den “ungläubigen Schiiten” (rawāfiḍ) gebe. Dass die iranische Führung ohne Kenntnis dessen ist, was die iranischen Revolutionären Garden tun, sei die “grösste Ungereimtheit” im Text, da gerade sie es seien, die die Zügel der Macht in Händen hielten. Der im Text zitierte Mustafa al-Ani wird dort als Baathist verunglimpft, der mit den Amerikanern zusammenarbeitet. “Das Problem: Der Dumme merkt nicht, dass er dumm ist”, heisst es dort.
Doch damit nicht genug. Auch saudische Kämpfer der “Fatah al-Islam”, so weiss ebenfalls “al-Watan” zu berichten (Ar.), dringen entweder auf dem Luftweg direkt über den Iran oder auf Umweg über Syrien in den Libanon ein. Diese Dimension der Unterstützung terroristischer Elemente durch den Iran ruft in der Region Besorgnis hervor. Die libanesischen Sicherheitsbehörden beobachten seit mehr als einem Jahr vor Ausbruch der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischeen der Fatah al-Islam und der libanesischen Armee am 12. Mai das Eindringen von Terrorzellen in ihr Land.
Das in diesem Zusammenhang einer grösseren Öffentlichkeit bektanntgewordene Flüchtlingslager Nahr al-Bared im Nordlibanon befindet sich nahe der Strasse zu Syrien. Im Abkommen von Kairo (1969) hatte Nasser in Abstimmung mit dem libanesischen Armeechef Bustani und Palästinenserführer Arafat duchgesetzt, dass die Flüchtlingslager unbehelligt von der libanesischen Armee eigene Milizen unterhalten und Nachschub über Syrien beziehen dürfen. Über seinen Einfluss auf Syrien aktiviert Teheran dieses Konfliktpotential nun für eigene Zwecke.
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Siehe auch:
• Ausweitung des Hisbollah-Modells, 8. November 2006,

