Kein Auftrag von Gott
“No, and I’ve been in many meetings with him and never heard such a thing”, entgegnete Scott McClellan, Sprecher des Weissen Hauses, auf die Frage, ob er Präsident Bush jemals habe sagen hören, dass er auf Weisung von Gott in Afghanistan und dem Irak einmarschiert sei. Und auch sonst findet sich offenbar keine einzige verlässliche Quelle, aus der hervorgeht, dass Bush seinen aussenpolitischen Kurs in irgendeiner Weise mit Gott begründet.
Ein Mythos zerplatzt: Auch die Untersuchung (gefunden bei ex-blond) einer Linguistin der Universität Bonn, die fünfzig Radioansprachen des amerikanischen Präsidenten zum Irakkrieg analysiert hat, kommt zu dem Ergebnis: Begriffe mit religiösem Bezug finden sich nur selten. Und wenn, dann meist Zusammenhängen, in denen es nicht um Politik geht: Ostern, Weihnachten, Thanksgiving. Seinen eigenen Worten zufolge ist Bushs wichtigstes Movens die Verteidigung von Freiheit und Demokratie, nicht aber der religiöse Glaube.
Fragt sich, wie dieser Mythos überhaupt so populär werden konnte.
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Ein Idiot ist er trotzdem.
Was ich ihm besonders übel nehme, ist, dass seine Idiotie auch viele seiner Kritiker zur Selbstidiotisierung animiert hat. Und zwar auch weit jenseits der Milieus von Wursthaarträgern und Friedensheulis.
Als ob immer das exakte Gegenteil von dem, was die Regierung Bush getan hat oder nicht getan hat, genau richtig gewesen wäre bzw. ist.
Ehemals seriöse Journalisten verzapfen unsäglichen Verschwörungsschrott, der eher bürgerliche Vorsitzende einer deutschen Mitte-Links-Partei will mit den Taliban eine Konferenz abhalten, ansonsten relativ nüchterne Zeitgenossen glauben an die Harmlosigkeit sämtlicher Insassen von Guantanamo etc..
Hr. Neumann sie haben doch recht. Aber Bush ist eben der, der er ist und die ganze Kritik und Verachtung muß er ertragen. Sogar unberechtigte Kritik find ich, es tut ja nicht weh und viel mitbekommen tut er ja nicht. Also was solls.
@ Serdar
Ich denke in diesem Zusammenhang eher egoistisch. Unberechtigte Kritik – an wem auch immer und ohne dass ich das Subjekt derselben schätze – kann leider zuweilen so dumm sein, dass sie meine Schmerzgrenze erreicht.
Zumal dann, wenn sie im Falle George Bush unter weitgehender Ausschaltung von unterscheidendem Denken mit einer durch nichts zu irritierenden Beharrlichkeit in Hauptseminaren vorgetragen wird, und sich manche “Kritiker” sachliche Einwände gegen ihre “Kritik” offenkundig nur durch eine Identifikation mit George Bush erklären können, also nach dem Motto “Wer gegen mich ist, ist für George Bush”.
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