Kultur des Erpressens
Auf der außenpolitischen Bühne scheint sich Erpressung des Westens als erfolgreiches Mittel zu etablieren. Die iranische Regierung lässt Menschen kidnappen und verkauft die Freilassung dann dem Westen. Diese Methode ist so erfolgreich, dass auch Libyen sie praktiziert. Konnte es doch mit der Freiheitsberaubung der bulgarischen Krankenschwestern drei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Dass Aids keine Strafe nur für den ungläubigen Westen ist und dass die schlechten hygienischen Bedingungen in den Krankenhäusern ursächlich für die Ausbreitung des HIV sind, konnte man vom Tisch wischen, indem man behauptete, die westlichen Krankenschwestern seien Boten des Westens, welche das Virus einschleppten, um unschuldige Muslime zu verseuchen. Mit dieser fetten Lüge wird nun auch noch Geld verdient. Der Westen spielt mit. Auch Nordkorea zapft aus dieser sprudelnden Quelle Erpressung. Die Abschaltung von fünf Atomanlagen wird großzügig vom Westen belohnt. Die Liste ist beliebig verlängerbar.
Helmut Schmidt sagte zu Zeiten des RAF-Terrorismus, ein Staat dürfe sich nicht erpressen lassen. Sein harter Kurs war erfolgreich. Der Westen lässt sich melken wie eine Kuh und dies nicht nur ohne Gegenleistungen. Dass sich Erpressung des Westens als politisches Druckmittel und Finanzquelle immer weiter ausbreiten wird, müsste jedem klar sein. Dafür funktioniert diese Methode zu sicher. Der Westen ist ein zahnloser alter Tiger geworden, der noch nicht einmal Zähne zeigt, wenn man ihn erpresst.
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Was aber auch heißen kann, dass Frieden ebenso teuer ist wie Krieg.
Wer auf den Krieg, oder auch allgemeiner die Konfrontation, verzichtet, muss Schutzeld zahlen. Ist eigentlich nichts neues, aber etwas globaler geworden.
Die iranische Regierung lässt Menschen kidnappen und verkauft die Freilassung dann dem Westen.
Als was? Es spricht jedenfalls wenig dafür, dass man im Westen der iranischen Führung Produkte wie “Großzügigkeit des Präsidenten” oder “Redlichkeit der iranischen Justiz” im nennenswerten Umfang auch abgekauft hätte.
Abgesehen davon ist nicht ersichtlich, dass sich Großbritannien im Falle der Soldaten oder die Bundesrepublik im Falle Klein haben erpressen lassen.
Diese Methode ist so erfolgreich, dass auch Libyen sie praktiziert.
Es kann als denkbar unwahrscheinlich gelten, dass sich Libyen im Falle der bulgarischen Krankenschwestern und des palästinensischen Arztes von Iran hat inspirieren lassen.
Auch Nordkorea zapft aus dieser sprudelnden Quelle Erpressung. Die Abschaltung von fünf Atomanlagen wird großzügig vom Westen belohnt.
Wo läge in diesem Fall die westliche Handlungsalternative?
Der Westen lässt sich melken wie eine Kuh und dies nicht nur ohne Gegenleistungen.
Diesen Satz verstehe ich nicht ganz.
Hallo Herr Neumann,
“Der Westen lässt sich melken wie eine Kuh und dies nicht nur ohne Gegenleistungen.”
Um Ihr Bsp. aufzugreifen, weder im Falle der Soldaten, die im UN-Auftrag unterwegs waren, noch jetzt mit Libyen, besteht der Westen auf seiner Darstellung des Sachverhaltes, sondern läßt weitestgehend die Behauptungen der Gegenseite stehen. Es bleibt also nicht dabei, dass der Westen Transferleistungen erbringt, sondern geht darüber hinaus.
Gruß
Stefanie Galla
Um Ihr Bsp. aufzugreifen, weder im Falle der Soldaten, die im UN-Auftrag unterwegs waren, noch jetzt mit Libyen, besteht der Westen auf seiner Darstellung des Sachverhaltes, sondern läßt weitestgehend die Behauptungen der Gegenseite stehen.
Hallo Frau Galla,
dass die britische Regierung im Falle des Kidnappings der Soldaten nicht auf der Darstellung des Sachverhaltes bestanden hätte, kann ich nicht bis heute nicht erkennen.
Sofern jedoch der bulgarische Präsident, wie ich eben gelesen habe, die bulgarischen Krankenschwestern begnadigt hat, kann dies als überflüssig wie ein Kropf gelten; selbst wenn es sehr wahrscheinlich Bestandteil des Deals war.
Der jüngere amerikanische und europäische Umgang mit dem libyschen Regime ist an rigide moralischen Maßstäben gemessen sicher nicht einwandfrei oder, wenn man denn so will: zynisch. Ein Aufrechterhalten der Sanktionen und damit einhergehend ein weiterer ökonomischer Niedergang des Landes hätte allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für den Westen deutlich höhere Risiken bedeutet als der eingeschlagene, sowohl von geharnischt liberalen als auch von linken Gesinnungsethikern mithin unter Unterschiedlichen Vorzeichen kritisierte Weg. Von einem Ghaddafi, der weiterhin - ganz zu schweigen vom libyischen Atomprogramm - als Terrorhelfer fungiert hätte (oder zumindest deutlich weniger Gründe gehabt hätte, nicht als solcher zu fungieren) sowie einem innenpolitisch zunehmend angreifbaren Regime, das so ganz gewiss nicht unter den Druck einer starken demokratischen Opposition gekommen wäre, hätte der Westen effektiv rein gar nichts gehabt.
Darüber hianus kann es als nicht unwahrscheinlich gelten, dass es unter anderen Bedingungen medizinischem Personal aus dem Westen in Libyen im Zweifelsfall noch schlechter ergangen wäre, als es der Fall gewesen ist.
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