Globalisierung – nicht wirklich beliebt
“In den vergangenen 200 Jahren ging der Siegeszug des Kapitalismus und Industrialismus Hand in Hand mit Kriegen und Revolutionen. Warum Neoliberale glauben, dass die Dinge sich im 21. Jahrhundert anders entwickeln, bleibt ihr Geheimnis” findet der Sozialökologist Ulrich Beck, der ein schönes Beispiel dafür abgibt, auf welch beklagenswertem intellektuellen Niveau das Thema Globalisierung hierzulande abgehandelt wird. (Wer nicht an den Quantensprung zu einer sozialökologischen Gerechtigkeitspartei glaubt, kann bei Jagdish Bhagwati Nachhilfestunden nehmen, s.u.)
Wie eine Umfrage (PDF) von “Financial Times” und “Harris Interactive” zeigt (via MEO), ist erstaunlicherweise aber in keinem der grossen westlichen Industrieländer der Zuspruch zur Globalisierung so hoch wie in Deutschland mit 36% – wenngleich auch hier der Anteil derer, die mit Globalisierung eher negative Effekte verbinden, weitaus grösser ist (42%). An der Globalisierung scheiden sich die Geister. Ausserhalb Europas sieht man das übrigens ein wenig anders.
Interessant auch dies: Der FT/Harris-Umfrage zufolge hält in Grossbritannien, Spanien und Deutschland eine relative Mehrheit von 30 bzw. 44 bzw. 28% die USA für die grösste Bedrohung globaler Stabilität – einerseits. Andererseits ist der Wert für Deutschland seit der letzten Umfrage deutlich gefallen. Das ist erfreulich. Die Aussage von Andrei Markovits “Any trip to Europe confirms what the surveys have been finding: The aversion to America is becoming greater, louder, more determined” (in “Uncouth Nation: Why Europe Dislikes America”) darf also angezweifelt werden, obwohl Antiamerikanismus ein immer noch virulentes Phänomen darstellt.
In Frankreich, Italien und den USA ist man übrigens eher geneigt, China die Rolle des globalen Gefährders zuzuschanzen.
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Siehe auch:
• Warum Globalisierung eine feine Sache ist, 1. Juni 2007,
• Gute Nachrichten vom Planeten Erde, 30. November 2006.
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