Die üblichen Verdächtigen

Monday, August 20, 2007
Von Michael Kreutz

Die schlechte Nachricht zuerst: Wieder einmal sieht eine Mehrheit der Deutschen, wie auch der Franzosen, Briten, Italiener und Spanier, die USA als “grösste Bedrohung für die Stabilität der Welt”. Die gute Nachricht: Die Mehrheit ist in allen Fällen nur eine relative und gegenüber älteren Werten sogar deutlich gesunken. In den USA dagegen stehen mit jeweils 22% der Iran und Nordkorea an der Spitze der Umfragewerte.

Erfreulicherweise ist der Anteil derer, die Israel für die grösste Bedrohung halten, nirgendwo grösser als 0,5%; dasselbe gilt für Saudi-Arabien, das lediglich in den USA von gerade einmal 1% der Befragten für den Schurkenstaat Numero 1 gehalten wird. Einer anderen Umfrage zufolge sieht in den USA übrigens eine relative Mehrheit von 26% die grösste Gefahr für die eigene nationale Sicherheit in der Verbreitung von Nuklearmaterial und nuklearen Waffen. Dies dürfte die Skepsis gegenüber dem Iran erklären, wenngleich als Hauptaspirant Pakistan vermutet wird. Immerhin 83% der Amerikaner nehmen an, dass das iranische Nuklearprogramm vornehmlich militärischen Zwecken dient; zugleich glaubt eine deutliche absolute Mehrheit, dass die Mittel der Diplomatie noch nicht erschöpft sind.

Und was soll das Hauptziel amerikanischer Aussenpolitik sein? – Ein knappes Drittel der Amerikaner findet: “Winning the hearts and minds of the Muslim world.”

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