No thinko
“Wer Globalisierung sagt, redet also von einem dynamisierten und komfort-animierten artifiziellen Kontinent im Weltmeer der Armut, wenngleich die dominierende affirmative Rhetorik gern den Anschein erweckt, das Weltsystem sei seinem Wesen nach all-inklusiv verfaßt” schrieb einmal der Philosoph Peter Sloterdijk, womit er ein prächtiges Beispiel für die in seinem Milieu herrschende Vorverurteilung des Marktes abgibt. Zahlen, Daten, Fakten – das haben wir ja alles gar nicht nötig.
Andere wiederum kleiden ihren “globalisierungskritischen” No-Brainer in eine peppige Jugendsprache, womit vor allem der No-Logo-Göre Naomi Klein bislang grosser Erfolg beschieden war. Nur irgendwie scheint auch hier die Luft raus zu sein, wie folgendes Interview in der “Zeit” zu Tage fördert:
ZEIT online: Sie starten mit einem eindrucksvollen ersten Kapitel, in dem Sie Folteropfer vorstellen, und es läuft einem kalt den Rücken herunter. Macht Ihre Leser bereit, ebenso schlimm über die ökonomischen Schocks zu denken, die Sie auf den Seiten danach beschreiben.
Naomi Klein: Das war so sicher nicht geplant. Ich wollte eine menschliche Geschichte voranstellen, bevor so viel trockenes Zeug folgt, über Hyperinflation und so weiter. (Pause) Ich wollte, dass diese Geschichte einen menschlichen Zugang zu diesem Thema eröffnet. Aber ich kann schon nachvollziehen, was Sie sagen.
Das muss man wirklich im Ganzen gelesen haben. Schöner hat sich die bramabarsierende Hirnlosigkeit der westlichen Anti-Markt-Intelligenzija noch selten zerlegt. (Wobei ich gestehen muss: Ihre Hilflosigkeit macht Frau Klein sehr menschlich und damit beinahe schon wieder sympathisch.)
Dass sie die Chavez-Linke in Südamerika anhimmelt, hat schon etwas Tragikomisches: Einer Pew-Umfrage zufolge bevorzugen 72% der Venzolaner das Leben in einer freien Marktwirtschaft.
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Siehe auch:
• “Desaster-Kapitalismus”, 13. Mai 2007,
• Im Irrgarten der Antiglobalisierer, 18. August 2005.
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Hallo Herr Dr. Kreutz
Es gab noch andere Ergebnisse der Pew-Umfrage in Venezuela. Warum verschweigen Sie sie?
Es gibt noch andere interessante Umfragen
Pew Research Center:
A Nation of “Haves” and “Have-Nots”?
http://pewresearch.org/pubs/593/haves-have-nots
Danke für die Anregung, wieder mal auf die Pew website zu sehen
Scheuen Sie sich nicht, sich den ganzen Report zur Gemüte zu führen
Pew Global Attitudes Project: Summary of Findings: A Rising Tide Lifts Mood in the Developing World
http://pewglobal.org/reports/d.....portID=257
ich darf Ihre Aufmerksamkeit auf die Antworten auf diese Frage lenken
Will the next generation be better or worse off?
Die Werte für die USA sind nicht berauschend. Das gefährdet zusammen mit dem anderen Bericht nicht nur einen Mythos der USA, den Amerikaner an ihrem Staat schätzen
Nicht umsonst nennt man mich den grossen Verschweiger….Die Studie A Nation of “Haves” and “Have-Nots”? war mir bekannt.
Aber man kann ja nicht alles verbloggen. Das geht schon zeitlich nicht. Gell?