Ahmadi-Nejad – in Teheran noch weniger beliebt als in New York
Ahmadi-Nejad und kein Ende: Wenn sich der iranische Präsident darüber beklagt, dass der überaus rauhe Empfang, den man ihm an der amerikanischen Columbia-Universität bereitete, gegen das Gebot der Gastfreundschaft verstosse – was im Iran unvorstellbar wäre –, so muss man die unfreiwillige Komik dieser Äusserung verstehen: Vor weniger als einem Jahr nämlich hatte Ahmadi-Nejads Besuch in der Teheraner Amir-Kabir-Universität damit geendet, dass er von aufgebrachten Studenten vertrieben wurde und das Hasenpanier ergreifen musste. Mr. Bollinger freilich hätte dergleichen an einer iranischen Universität sicherlich nicht zu befürchten. Der Mann ist schliesslich Amerikaner.
Und jetzt das Tüpfelchen auf dem i: Wie die saudische Zeitung “Okaz” unter Berufung auf iranische Sicherheitsquellen berichtet, plant dieselbe Gruppen von Studenten, die Ahmadi-Nejad schon einmal einen solch schmählichen Abgang bereitet hat, diese Aktion zu wiederholen, sollte Ahmadi-Nejad es noch einmal wagen, an der Amir-Kabir-Universität aufzutreten! Die Atmosphäre an der Teheraner Universität sei den Quellen zufolge “nicht normal, besonders, seitdem das Disziplinarkomitee mit dem Vorwurf der mangelnden Loyalität zur Revolution viele Professoren von ihren Positionen relegiert hat.” Im Neusprech des Mullahregimes nennt sich so etwas “Islamisierung” des Bildungswesens.
Die Studenten aber fragen: “Warum dürfen unsere Kommilitonen an der Columbia-Universität Fragen stellen und wir nicht?” Ahmadi-Nejad jedenfalls wird keine Gelegenheit bekommen, darauf eine Antwort zu geben.
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