Für Steinigungen schämen wir uns nicht
Mohammad Javad Larijani ist Vorsitzender des “Menschenrechtsstabes der iranischen Justiz”. Er besteht darauf, dass die Strafe der Steinigung weder Folter noch unangemessen sei. Er begründet dies damit, dass die Strafe der Steinigung auf einem religiösen Gesetz beruhe und in der Strafgesetzgebung des Iran festgeschrieben sei.
… so Wahied Wahdat-Hagh in der „Welt“. Larijani beschreibt dieses Amt des Menschenrechtsstabes als “auf einer sehr hohen Ebene platziert und (es) arbeitet unter der Führung von Ayatollah Hashemi Shahroudi. Der Außen-, Geheimdienst-, Staats- und Justizminister und der Minister für islamische Führung und Kultur sind Mitglieder dieser Institution. Aber auch Vertreter der Armee, der Gefängnisleitungen und des Justizministeriums sind vertreten.”
Ich warte nur darauf, dass hier im Westen irgendjemand anfängt zu argumentieren, das iranische Strafrechtssystem beruhe auf einer Mehrheitsentscheidung und sei daher zu akzeptieren. Mohammad Javad Larijani ist der festen Überzeugung, dass der Westen “negative Propaganda” gegen den Iran betreibe, besonders wenn es um Themen wie Menschenrechtsfragen, Atomprogramm, Aufrüstung und Terrorismus gehe.
Das hat Larijani richtig erkannt. Den Begriff “negative Propaganda” finde ich nicht so ganz treffend, aber wer will sich schon über Kleinigkeiten streiten: “Wenn wir keine Steinigung hätten und stattdessen Hinrichtungen, würden sie uns auch kritisieren. Es muss aber beachtet werden, dass Steinigung aus islamischer Perspektive als eine gegenüber der Hinrichtung mindere Strafe anzusiedeln ist. Denn bei einer Steinigung kann die Person sich retten, nicht aber bei einem Todesurteil.”
So habe ich das noch gar nicht gesehen. Gern würde ich allerdings wissen, wie ich bis zur Brust eingegraben unter Steinbeschuss fliehen könnte. Männer werden nur bis zur Hüfte eingegraben. Da scheint dann wohl der ein oder andere schon einmal aus dem Loch entkommen sein, denn gelingt dem Mann die Flucht, bestimmt Artikel 103 des iranischen Strafgesetzes, “so wird er, falls der unerlaubte Geschlechtsverkehr durch Zeugen bewiesen wurde, zur Vollstreckung zurückgebracht. Wurde dieser jedoch durch ein Geständnis bewiesen, so wird er nicht zurückgeholt.”
Das sind ja wirklich grandiose Aussichten, sich retten zu können: “Manche denken, dass wir uns schämen, wenn die Westler uns wegen der Steinigung beschimpfen, wenn wir nur die Gesetze befolgen. Aber es ist keineswegs so. Für das religiöse Gesetz braucht man sich nicht zu schämen.”
Das sollen bitte all diejenigen, welche vertreten, man müsse mit Islamisten reden, um sie zur Vernunft zu bringen und alles andere sei nur kontraproduktiv, endlich zur Kenntnis nehmen und dann entsprechend handeln.
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Siehe auch:
• Die Show des Ahmadi-Nejad, 03. Oktober 2007.
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Hat sich mal jemand die Kommentare zu Wahied Wahdat-Haghs Artikel angesehen? Da wird der letzte Absatz dieses Eintrags hier Makulatur - er ist lediglich Ausdruck der Hoffnungslosigkeit gewisse Leute zur Vernunft zu bringen.