Der Islam der Anderen
Vor einiger Zeit hatte die saudische “Asharq al-Awsat” berichtet, dass Salih Ibn Fauzan, hochrangiges Mitglied der religiösen saudischen Gelehrtenschaft, eine Fatwa (rel. Rechtsgutachten) gegen liberale Muslime verfasst hat. Ibn Fauzan ist Schüler des vor acht Jahren verstorbenen Abdalaziz Ibn Baz, einem der bedeutendsten wahhabitischen Religionsgelehrten, und Verfechter einer fortgesetzten Islamisierung der saudischen Gesellschaft.
Die deutsche Menschenrechtsaktivistin Seyran Ateş weiss daher genau, wie wichtig es ist, dass liberale Muslime im Westen Unterstützung finden, zumal auch die christliche Mehrheitsgesellschaft einen nicht gerade kurzen Weg in die Moderne zu beschreiten hatte:
Von daher müssten gerade diese ganzen liberalen und linken Menschen verstehen, was wir Dissidentinnen und Kritikerinnen des Islam jetzt gerade machen. Wir versuchen einen innerislamischen Diskurs anzuregen, damit eine Debatte stattfindet, um den Islam zu reformieren, und dazu brauchen wir auch die Unterstützung der Mehrheitsgesellschaft.
Damit sieht es aber leider nicht gut aus, weil in den verbalen Gefechten zwischen Islamophoben und Islamophilen all solche auf der Strecke bleiben, die eine so gern geforderte differenzierte Sicht einzunehmen beabsichtigen.
Aber nicht nur das: Selbst diejenigen, von denen Frau Ateş Zuspruch erhält, schätzen sie häufig nur als Kronzeugin gegen einen rigiden Islam oder gegen den Islam überhaupt. Als Deutsche dagegen wird sie nicht anerkannt, so der “Spiegel”:
Auch das Zeugnis, das die Juristin der deutschen Gesellschaft ausstellt, ist ernüchternd: Selbst sie, die seit mehr als 30 Jahren hier lebt, fühlt sich nicht richtig integriert. “Mir fehlt mein Gegenüber, das mich ebenso als ein Teil dieser Gesellschaft anerkennt, wie ich es anerkenne.”
Bassam Tibi kann ein Lied davon singen! Es muss möglich sein, dass Muslime – gleich, ob eingewandert, hier aufgewachsen oder konvertiert – sich in diesem Lande zuhause fühlen, ohne dass deshalb die Gesellschaft in irgendeiner Weise Zugeständnisse an den politischen Islam und jegliche Form islamistischer Intoleranz macht.
Wir müssen daher verhindern, dass Aufklärer und Dissidenten innnerhalb der muslimischen Community sich am Ende zwischen allen Stühlen sitzen sehen. Aus diesem Grund habe ich auch für Frau Ateşs unmögliche Idee, Deutsche türkischer Herkunft als “Deutschländer” zu bezeichnen, einen viel besseren Vorschlag: Türkdeutsche.
In unserem Wortschatz gibt es jetzt schon West- und Ostdeutsche, Nord- und Süddeutsche, Rumäniendeutsche, Russlanddeutsche, Sudetendeutsche – warum also nicht auch Türkdeutsche? Der Begriff würde sich gut in das vorhandene Sprachmuster einfügen. Unnötig zu sagen, dass Integration bei der Sprache anfängt: Wer will schon ein almanyalı sein?
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Siehe auch:
- Eurabien? – Von wegen!, 27. November 2006.


Thema Integration
Sie haben wohl wirklich GAR KEINEN Vorzeige-Integrierten aus dem Islamischen Bereich. Auf dem Integrationsgipfel nimmt der Führer der deutschen Moslembruderschaft teil und wird nicht rausgeworfen. Und nun das…
“Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier hat heute in einem Berliner Tonstudio gemeinsam mit seinem französischen Außenministerkollegen Bernard Kouchner einen Song mit dem Titel “Deutschland” aufgenommen – mit dem türkischen Sänger Muhabbet. Es sollte eine öffentlichkeitswirksame Aktion am Rande deutsch-französischer Gespräche über Integration sein.
Dumm nur, dass die Mitternachts-Tagesschau soeben Filmemacherin Esther Schapiro präsentierte, die einen preisgekrönten Beitrag über die Ermordung Theo van Goghs durch einen Islamisten produziert hatte. Sie erklärt vor der Kamera, Muhabbet sei nach der Preisverleihung auf sie und einen Kollegen zugekommen und habe erklärt, van Gogh hätte noch “Glück gehabt, dass er so schnell gestorben ist”, er hätte ihn erst im Keller eingesperrt und gefoltert. Muhabbet ein Fundamentalist? Er bestreitet die Darstellung.”
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