Fahmideh, der kleine Märtyrer

Monday, October 29, 2007
Von Michael Kreutz

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Der Staat ist eine Sache, die Menschen eine andere. Wer hätte mit dieser Unterscheidung ein Problem? Niemand, meinen Sie? In der Samstagsausgabe der FAZ (leider nicht online) schreibt ein Camilo Rodriguez-Beltran über seine Erlebnisse im Iran:

Iran scheint mir voller Universitäten. Jeder meiner Gesprächspartner hat studiert oder studiert noch. irgendwo habe ich gelesen, dass es mehr Frauen als Männer gibt. Bei so vielen gebildeten Leuten – wie kommt es, dass Iran aus westlicher Sicht ein gefährliches Land ist? Das versteht hier niemand.

Heilige Einfalt. Dass die Bevölkerung des Iran keine Gefahr für den Westen ist, sondern im Gegenteil unter einem skrupellosen Regime selbst zu leiden hat, ist doch nicht schwer zu verstehen. Ganz anders dagegen sieht es mit ebendiesem Staat und dessen Organen aus.

“Auch kleine Operationen können grössere Wirkungen hervorrufen”, mahnt ein Kommandeur der iranischen “Revolutionären Garden” und warnt die USA davor, den Iran anzugreifen. Jedes einzelne Mitglied der Basij könne dem Vorbild des Märtyrer Fahmideh folgen und unberechenbare Konsequenzen bewirken. Der 13-jährige Hossein Fahmideh hatte sich im Iran-Irak-Krieg selbst in die Luft gesprengt.

Ein von Extremisten verführtes und für ein mörderisches Vorhaben missbrauchtes Kind soll also als Vorbild für paramilitärische Truppen einer Diktatur dienen. Sagt das nicht genug über diesen Staat aus?


Siehe auch:
Greater Iranian Middle East, 10. September 2005.

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