Rumpelstilzchens Welt
Die Menschheit am Abgrund. Eugen Drewermann, Theologe ohne Telefon und Kühlschrank, fabuliert im Deutschlandfunk über den Zustand der Welt (via AdG):
Wir alle sitzen in einer Tretmühle, an deren Rändern 50 Millionen Menschen jedes Jahr an Hunger sterben. Wir könnten für 20 Milliarden Euro, die Hälfte des Wehrhaushaltes der Bundesrepublik, allen Menschen Zugang zu Trinkwasser schaffen. Wir könnten ungefähr für die gleiche Summe die Slums um die Großstädte der Welt auflösen. Sao Paulo, Rio, Bombay einmal vorgestellt ohne Slums.
Da haben wir gute Nachrichten für Herrn Drewermann: Das Geld haben wir schon längst gegeben. Noch Fragen? Aber so leicht lässt das Über-Ich sich nicht bremsen:
Wie viel kostet es, Präsident der USA zu werden. Das erleben wir gerade, wie die Wahlwettbewerber ihre Sponsoren aktivieren. … Vieles was in Kriminalfilmen heute, in Science-Fiction-Filmen untergebracht ist, Kampf mit dem Drachen beispielsweise, Kampf zwischen Gut und Böse, wird bis in die politische Ideologie hinein sogar ausgebeutet. Statt es zu reflektieren und durchzuarbeiten, wie die psychoanalytische, psychologische Aufklärung erfordern würde, geht das alles ungefiltert eins zu eins am Ende in das Weltbild sogar von George W. Bush ein, dass wir einen monomentalen Kreuzzug gegen das Böse zu führen haben.
Ach so, daher weht der Wind: Die USA und, natürlich, Bush. Wenn man einen Träumer, der mal wieder arg an Weltschmerz leidet, nur lange genug auf der Couch vor sich hinplaudern lässt, kommt man irgendwann zum Kern der Sache. Horst-Eberhard hat es schon hinter sich.
Gut, dass wir darüber gesprochen haben.
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