Obama und der Kampf gegen den Terrorismus
Am amerikanischen Einsatz im Irak kann man gewiss manches kritisieren. Nur ist die meiste Kritik kaum ernstzunehmen. Zu den intelligenteren Dingen, die man in dieser Angelegenheit äussern kann, gehört sicherlich die Kosten-Nutzen-Analyse, die der amerikanische Präsidentschaftskandidatenanwerber Barack Obama so formuliert:
I made a different judgment. I thought our priority had to be finishing the fight in Afghanistan. I spoke out against what I called “a rash war’ in Iraq. I worried about, ‘an occupation of undetermined length, with undetermined costs, and undetermined consequences.’
Wer wollte ihm da widersprechen? Zumal der Mann durchaus kein Pazifist ist:
I will finish the fight against Al Qaeda. And I will lead the world to combat the common threats of the 21st century: nuclear weapons and terrorism; climate change and poverty; genocide and disease.
Andererseits wiederum wird der Kampf gegen Al-Qaida und Völkermord in einem Atemzug mit dem Kampf gegen Klimawandel und Armut genannt, womit sich Obamas Politikverständnis in einem begrifflichen Nebel verliert.
Es hat den Anschein, als wolle er sich bei Interventionisten und Isolationisten, bei Linken und Konservativen gleichermassen beliebt machen. Am Ende werden ihn weder die einen noch die anderen wählen.
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I made a different judgment. I thought our priority had to be finishing the fight in Afghanistan. I spoke out against what I called “a rash war’ in Iraq. I worried about, ‘an occupation of undetermined length, with undetermined costs, and undetermined consequences.’
Rückblickend betrachtet ist das sicher intelligent. Die Entscheidung, gegen Saddam Husseins Regime Krieg zu führen, war aus mehrerlei Gründen hanebüchen.
Allerdings ist das Kind inzwischen längst in den Brunnen gefallen, und die vermeintlich naheliegende Konsequenz daraus, ein schneller Abzug amerikanischer Truppen, kann bei näherer Betrachtung als kaum weniger “rash” gelten.
Wer den Kampf gegen Al Kaida – zu dem der Krieg gegen Saddam ebenso unbeabsichtigt wie sicher wurde – ganz oben auf seiner politischen Agenda hat, der kann nicht für einen schnellen Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak plädieren und hat bestenfalls schlicht keine Ahnung davon, was für einen enormen Auftrieb schon der Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan für die sogenannten Afghan Arabs bedeutet hat. Ganz zu schweigen von den direkten Folgen für die Iraker.
Im Rahmen dieser Maßgabe bleibt zu hoffen, dass im Falle eines Wahlsieges der Demokraten die Präsidentin Clinton heißt. Sie hat sich mit Blick auf den Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak zumindest nicht gleichermaßen stark verpflichtet wie Obama. Ihr wäre zuzutrauen, dass sie diesen wenigstens langsamer und weniger umfangreich vollzieht.
Ganz persönlich wüsste ich wahrscheinlich absolut nicht, wem ich die Daumen drücken soll, wenn am Ende die nächste Wahl des amerikanischen Präsidenten zwischen Barak Obama und Mitt Romney entschieden würde.