Wie man Muslime besser nicht verteidigt
Wie verteidigt man Muslime angesichts eines weitverbreiteten Unbehagens gegenüber dem Islam? Das bedarf eigentlich keiner Erwähnung: Indem man nämlich eine Unterscheidung zwischen dem normalen Muslim und dem Islamisten trifft. Schäuble tut es, Bush tut es, und ebenso Blair und wer sonst noch öffentlich über den Islam zu sprechen sich berufen fühlt. Der Muslim gehört zur europäischen Gesellschaft, der Islamist nicht. Das Trennende verläuft nicht zwischen Christen und Europäern hier und Muslimen und Orientalen dort, sondern zwischen Vernunft und Fanatismus, zwischen Demokraten und Totalitären.
Eigentlich banal. Umso mehr erstaunt es mich immer wieder, dass gerade unter denjenigen, die dem Islam zu einem besseren Image verhelfen wollen und allerorten das unheilvolle Walten der Islamophobie am Werk sehen, diese Unterscheidung verschwommen ist. Für sie verläuft die Trennlinie offenbar ausschliesslich zwischen Christen einerseits und Muslimen andererseits. Mit dem Ergebnis, dass ein deutscher Kommunikationswissenschaftler tatsächlich das negative Image der Islamisten beklagt (Hervorhebung von mir):
Diese Beachtungsökonomie hat eine Schieflage erzeugt, so dass wir momentan mit einer weitgehenden Fixierung auf negative Berichtserstattung zu tun haben. Beispielweise tauchen kaum Berichte über die gute Arbeit von Islamisten auf kommunaler Ebene bzw. deren gewaltloser Widerstand auf.
Nicht, dass die in dem Satz enthaltene Behauptung falsch wäre. Ganz im Gegenteil: Sie behält sogar ihre Richtigkeit, wenn man “von Islamisten” durch “von der NPD” ersetzt.
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Siehe auch:
- Linke Indifferenz, 26. Mai 2007,
- Trennlinie, 4. September 2006.
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