Angriff auf die letzte Bastion
Unterhält man sich mit deutschen Zeitgenossen über den Iran, dauert es meist keine fünf Minuten, bis man darauf hingewiesen wird, dass Ahmadi-Nejad angeblich nie von einer Vernichtung Israels gesprochen habe und dass das Land im Westen dämonisiert werde. Zu ersterem wurde auf diesem Blog schon genügend gesagt, zu letzterem liefert das Regime derzeit fast jeden Tag neuen Stoff.
Denn während bislang im Iran die Privatsphäre staatlicher Kontrolle weitgehend entzogen war, zeigt sich die herrschende Diktatur nun zunehmend willens, die letzte Bastion individueller Selbstbestimmung zu stürmen. Immer häufiger, so berichtet Human Rights Watch, brechen Sicherheitskräfte (im Iran grundsätzlich nur mit Gesichtsmaske) Wohnungstüren auf, um die Bewohner wegen unislamischen Treibens zu misshandeln und zu verhaften. Wohlgemerkt: Hier geht es nicht um den verbotenen Genuss von Alkohol oder Cannabis, sondern um Kleidervorschriften und ähnliches.
“Gegenwärtig sind wir in der Phase der Schaffung eines islamischen Staats. Wir müssen uns zu der einer islamischen Gesellschaft hinbewegen” forderte ein hochrangiger Pasdar vor drei Jahren. Das Programm einer Zweiten Kulturrevolution wird seitdem unbeirrt fortgesetzt. “Dämonisierung des Iran?” - Dieses Regime braucht nicht dämonisiert zu werden.
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