Kosmopoliten in Saudi-Arabien
Fortschrittliches aus Saudi-Arabien (und zugleich eine Lektion über die Vorteile der Globalisierung):
Eine saudische Geschäftsfrau gewinnt einen Preis für ihr Unternehmertum (und gerät in Schwierigkeiten mit der saudischen Staatsmacht). Selbstbewusst erklärt sie, warum die Staatsmacht – wenn schon nicht aus moralischen Gründen – dann doch wenigstens aus wirtschaftlichen Gründen die Befreiung der Frau wünschen sollte;
Saudische Jugendliche begeistern sich, angespornt durch westliche Fernsehsendungen, für die religiöse Mode der Kabbalah (die als letzter Schrei amerikanischer Celebrities alledings nicht viel mit dem Judentum zu tun hat), was von konservativen Kräften gleich wieder als “kulturelle Invasion” gegeisselt wird;
Und manche sind sogar bereit, für die Meinungsfreiheit auch in Saudi-Arabien öffentlich aktiv zu werden. Zwar zieht das im Königreich immer noch drastische Massnahmen nach sich, aber das könnte sich eines Tages ändern.
(Westliche Intellektuelle träumen derweil weiter von “multiple modernities” und suchen den Dialog mit religiösen Bart- und Würdenträgern… )
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Siehe auch:
- Ja zur Freiheit des Wortes – auch in Saudi-Arabien, 31. März 2008,
- Nichts zu lachen, 12. März 2008,
- Frau und Familie in der Arabischen Welt, 18. Juni 2007,
- Arabische Frauenpower, 20. Dezember 2006,
- Kultureller Fortschritt, 23. März 2006,
- Starke Frauen für die Welt, 13. Oktober 2005,
- Saudische Frauenbewegung, 13. Juli 2005.


Vielleicht haben sie ja gerade die “multiple modernities” beschrieben. Nun ja, solange die Amis nicht das Regime in Saudi-Land stürzen, wirds wohl so bleiben. Mit einigen Inseln von Freiheit hie und da.
Und solange ist sind die “multiple modernities” wohl das Beste, was diesem Land passieren kann. Wohl bekommts
Eine Geschäftsfrau, die Geschäfte machen dürfen will, wie Frauen im Westen auch; Jugendliche, deren Konsumverhalten so ist, wie das Gleichaltriger im Westen auch; und der Wunsch nach Meinungsfreiheit – was ist daran “multiple”?
Ich wünsche mir das auch, für die ganze arabische Welt. Eine Geschäftsfrau, die Geschäfte machen will, wie Frauen im Westen auch (mit Betonung wie im Westen), kann es nur dann machen kann, wenn die Umgebung und die Freiheiten da sind. Ansonsten wird es davon abhängen, ob sie sich das Risiko traut, deswegen ist es “mutiple”. Und es ist eher “multiple” im Iran als in Saudi-Arabien. Bis es wie im Westen wird, hab ich ja die Maßnahme schon angedeutet, die ausgeführt werden muss.
Das, was sich hier an Moderne artikuliert, ist aber doch nichts anderes als im Westen. Was also ist der Unterschied, der es uns erlaubt, von einer “multiplen” Moderne zu sprechen?
Was also ist der Unterschied, der es uns erlaubt, von einer “multiplen” Moderne zu sprechen?
Ich würde einfach mal sagen, das die Entwicklungslinie nicht vorbestimmt ist und das sich eine zukünfige Entwicklung nicht unbedingt mit dem Konsumverhalten des “Westens” decken muss. Klar, anhand von Exporten wird es eine Angleichung geben. Es kann, aber das muss es nicht. Wie der Endzustand so einer Modernisierung aussieht, wer kann das schon sagen. Daher denke ich, sie argumentieren etwas zu “teleologisch”.