Khomeinis Erben

By Michael Kreutz · June 3, 2008

“Israel hat alle notwenigen Anzeichen für einen Zusammenbruch”, denn der Kampf der Hisbollah im “33-Tage-Krieg” (2006) habe mit der “Entwurzelung und Erschöpfung des zionistischen Regimes geendet”[1]. Dies und noch viel mehr war auf einer Konferenz zum 19. Todestag Khomeinis zu hören, dessen Ungeist wiederzubeleben sich das herrschende Regime nach Kräften bemüht. Der iranische Aussenmininister Mottaki befand: “60 Jahre lang hat das Regime es nicht vermocht, sich eine Legitimation zu verschaffen.”[2]

Zustimmend zitiert er Khomeini, “der das zionistische Regime als Feind der Menschheit betrachtete” und weist darauf hin, dass Khomeini seine Opposition gegenüber Israel und “seine Parteinahme für die Rechte des palästinensischen Volkes” nicht auf eine bestimmte Zeit begrenzt sah. Schon Khomeini habe die Gefahr des Zionismus als eine “Gefahr für alle Völker und alle arabischen und islamischen Länder erkannt.” Denn “während der 30 Jahre seit dem Sieg der Islamischen Revolution haben es Libanesen und Palästinenser geschafft, durch die Übernahme der Ansichten Imam Khomeineis bezüglich der Freiheit Palästinanas und der Gegnerschaft gegenüber dem zionistischen Regime, viele der eigenen besetzten Gebiete zu befreien.[3]

Ein libanesischer (aber völlig unbekannter) Intellektueller namens Walid Mohammad Ali, freut sich: “Signale des Zusammenbruchs[4], des Verschwindens[5], des Einsturzes[6] und des Ruins[7] sind klar zutage getreten.” Ein senegalesischer Intellektueller erinnert daran, worin Khomeinis Erbe liegt: “Wir sind auf der Suche nach einer muslimischen Identität, weshalb Palästina kein arabisches Anliegen ist, sondern das aller Muslime.”[8]

Ganz recht: Die Ideologisierung des Palästinakonflikts dient der Begründung einer panislamischen Identität.

Ein weiterer Referent pflichtet dem bei: Jeder, der die Frage nach dem zionistischen Regime allein für eine politische Frage der angrenzenden Länder hält, irrt.”[9] Auch die üblichen antiimperialistischen Töne dürfen dabei nicht fehlen. Ein libanesischer Referent verkündet: “Der Zionismus ist das Antlitz Amerikas und des Westens.”[10] Und wieder: “Imam Khomeini war nicht nur den Iranern und der Schia verbunden, sondern allen Muslimen und der ganzen Menschheit.”[11] Wobei der Westen folglich nicht Teil der Menschheit sein kann.

Wie dem auch sei, man nehme freundlichst zur Kenntnis: Letzten Endes ist Zionismus auch nur eine Chiffre für DEN Westen, gegen den der Hass sich insgesamt richtet. Israel steht lediglich an vorerster Front in den Vernichtungsphantasien der Khomeinisten.

Was gibt es sonst noch von der Konferenz zu berichten? Nur das übliche: Palästinensische Selbstmordattentate sind kein Terrorismus und – natürlich – sind die westlichen Medien zionistisch unterwandert. Interessant vielleicht noch dies: Auf der Konferenz war auch ein spanischer Redner namens Yusuf Fernández zugegen, der als Gründer der “ersten islamischen Webseite in spanischer Sprache” vorgestellt wird, über den man einiges im Internet finden kann. Er glaubt, dass die Medien in den islamischen Ländern dem Zugriff des Kapitalismus (und damit der Juden) entzogen seien.

Zum Abschied kommen noch einmal der Aussenminister und sein Referent zu Wort: “Die Freiheit des Iran vom Joch der Unterdrückung, Ausbeutung und ausländischer Hegemonie, die Freiheit des erhabenen Jerusalem aus den Krallen der Zionisten und das Verschwinden der Machthaber von der internationalen Bühne” seien die drei Schritte, die Khomeini als das Programm zur Rettung der Menschheit verkündet habe.[12]

Lauter Frustrierte, gewiss. Aber manchmal laufen sie Amok.


  1. به استيصال و درماندگي رژيم صهيونيستي انجاميده است
  2. سال است که اين رژيم جعلي نتوانسته است براي خود مشروعيت ايجاد کند
  3. طي 30 سال پس از پيروزي انقلاب اسلامي لبناني ها و فلسطيني ها با پيروي از ديدگاه هاي امام خميني در مورد آزادي فلسطين و مقابله با رژيم صهيونيستي توانستند بسياري از سرزمين هاي اشغالي خود را آزاد کنند
  4. شكست
  5. اضمحلال
  6. فروپاشى
  7. نابودى
  8. ما به دنبال هويت اسلامي هستيم، بنابراين فلسطين مساله عربي نيست، بلکه مساله تمامي مسلمانان است
  9. کساني که مساله رژيم صهيونيستي را تنها مساله سياسي با کشورهاي هم مرز با آن مي دانند، اشتباه مي کنند
  10. صهيو نيسم، چهره آمريکا و غرب است
  11. امام خميني تنها متعلق به ايرانيان و مذهب تشيع نيست بلکه از آن تمامي مسلمانان و بلکه بشريت است
  12. آزادي ملت ايران از يوغ استبداد و استعمار و سلطه بيگانه، آزادي قدس شريف از چنگال صهيونيست ها و نابودي سطله گران در صحنه بين المللي را سه گام برنامه ريزي شده از سوي امام خميني براي نجات بشريت بيان کرد
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