Politische Hautwiderstandsmessung

By Michael Kreutz · October 20, 2008

Sind politische Überzeugungen genetisch bedingt? Wahrscheinlich nicht, aber eine gewisse Grundeinstellung könnte durchaus biologisch begründet sein. Das jedenfalls legen die Ergebnisse eines psychologischen Tests nahe, von dem “spektrum direkt” berichtet.

So mussten sich in einem Test die Probanden auf einen Bildschirmpunkt konzentrieren, während sie wiederholt durch ein lautes Geräusch per Kopfhörer erschreckt wurden. Das Blinzeln der Augen diente dann als Mass für den Grad der Schreckreaktion. Ergebnis:

Damit konnten die Wissenschaftler die politische Weltanschauung mit der Neigung zur Schreckhaftigkeit korrelieren.

Und siehe da: Wer eher auf Sicherheit setzte, offenbarte sich als ängstlich; die etwas gelasseneren Zeitgenossen tendierten dagegen zu weniger restriktiven Ansichten.

(…) [U]nsere freie Meinung, die wir bei politischen Diskussionen in tiefster Überzeugung zum Besten geben, könnte auf einer biologischen Basis beruhen - vermutlich verborgen in unseren Genen - und somit unserer Vorstellung von Willensfreiheit einen leichten Dämpfer versetzen.

Die ganze Studie gibt es hier. Der Religionswissenschaftler M. Blume weist darauf hin, dass Weltanschauungen jedoch nie im erziehungs- und kulturfreien Raum entstehen. Die Gene stellen allenfalls einen von mehreren Faktoren dar. Was Kant über das menschliche Gehirn behauptete, lässt sich deshalb sicherlich auch auf den Menschen insgesamt beziehen:

“Wäre das menschliche Gehirn so simpel, dass wir es erfassen könnten, wären wir so simpel, dass wir es nicht könnten.”

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