“Iraks einziger schiitischer Oppositioneller gegen die USA”
“Ich bin der einzige schiitische Kleriker, der gegen die amerikanische Präsenz im Irak ist”, beklagt sich Grossajatollah Ahmad al-Husni al-Baghdadi auf Alarabiya.net.
Im Interview mit dem saudischen Sender kritisiert der Kleriker nicht nur die amerikanischen Truppen, die nach seinen Angaben in sein Haus eingebrochen waren und seinen Sohn verhafteten, sondern auch seine Klerikerkollegen, die “einerseits sagen, dass sie die Amerikaner bekämpfen, andererseits aber in die Politik eintreten” – zwei Dinge, zwischen denen es nach Ansicht al-Baghdadis keine Versöhnung geben könne!
Und so ruft der Grossajatollah nicht nur zum sofortigen Abzug der amerikanischen Truppen aus, sondern auch zum Sturz der Verfassung. Sunniten und Schiiten dagegen sollten ihre Spaltung überwinden und unter dem Dach eines “arabischen Islam” (Islām ʿurūbī) zusammenfinden. Bislang jedoch lebten die Iraker in “einem grossen Gefängnis”. Wieviel freier waren sie unter Saddam!
Doch vergessen ist das Gestern. “Ich bin stärker als die vier Grossajatollahs”[1], zeigt sich al-Baghdadi gewiss. Nun ist die Behauptung, der einzige schiitische Oppositionelle im Irak (oder auch nur der einzige unter den Klerikern) zu sein, sicherlich eine Übertreibung. Immerhin aber zeigt sie wohl, dass die Ablehnung der amerikanischen Präsenz im Irak vielleicht nicht ganz so populär ist, wie manch einer im Westen es gerne glauben möchte.
- Gemeint sind Scheich Ishaq al-Fayyad, Sayyid Ali as-Sistani, Scheich Muhammad Said al-Hakim und Scheich Bashir an-Nadjafi ⇧
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