Wenn man weiss, dass man gehasst wird
… dann sollen wenigstens andere daraus lernen. Erstaunliche Einsichten offenbart Sayyed Mahmoud Doayi, hochrangiger iranischer Kleriker auf einer jüngst abgehaltenen Konferenz zum Thema “Basidj und Medien”. Den Basidj (Schlägertruppe des Regimes) gegenüber drückte er seine Besorgnis aus, dass ihnen dasselbe widerfahren könnte, wie den Geistlichen nach der Revolution: dass sie nämlich beim Volk in Ungnade fallen!
Am Anfang der Revolution, so Doayi, habe die Geistlichen ein hohes Ethos ausgezeichnet, weil das Volk auf Khomeinis Heiligkeit geblickt habe. Danach seien einige Geistliche allerdings vom Weg abgekommen und haben die Heiligkeit ihres Vorbildes nicht länger bewahren können. Sie missbrauchten sie sogar und deshalb “sind wir in der Achtung des Volkes und der Gesellschaft gefallen”.
Nun ist der Ratschlag an die Basidj, sich ordentlich aufzuführen, ungefähr so sinnvoll wie die schulterklopfende Ermahnung eines Pyromanen, ja vorsichtig mit den Streichhölzern zu sein. Was aber das eigentlich bemerkenswerte an den Äusserungen Doayis ist: Die Mullahs wissen, dass sie von der eigenen Bevölkerung gehasst werden!
Nur allzuviele westliche Intellektuelle haben das immer noch nicht bemerkt.
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