Terror in Bombay, zwei Nachträge

By Martin Riexinger · December 4, 2008

Die These der Terroristenversteher (1, 2), dass die ‘grievances’ indischer Muslime für die Anschläge verantwortlich seien, kann, da die Verbindung nach Pakistan immer deutlicher wird, als widerlegt angesehen werden.

Zwei mit den Anschlägen in Zusammenhang in Verbindung stehende Vorfälle, die in den hiesigen Medien untergegangen sind, verdienen in diesem Zusammenhang Beachtung. Die Terroristen erschossen ausgerechnet Hemant Karkare, den Chef der Antiterroismusabteilung in Mumbai. In den Monaten zuvor war er damit beschäftigt, die Verwicklung hindunationalistischer Organisationen in mehrere Bombenattentate im September dieses Jahres aufzuklären.

Die indischen Muslime, die für die Terroristen ja ach so viel Sympathie haben sollen, verweigern ihnen ein Begräbnis.

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Nachtrag zum Nachtrag, 5.12.2008:

As per reports, if “maximum casualties” were what the attackers wanted, they did make the Ansari family their prime target

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Comments

8 Responses to “Terror in Bombay, zwei Nachträge”

  1. Serdar on December 4th, 2008 5:42 pm

    Sie verweigern den Terroristen ein Begräbnis. Recht so!

  2. M. Möhling on December 5th, 2008 9:54 pm

    Rache bis über den Tod hinaus ist grotesk, dass man Verbrecher auf dem Schindanger warf, ist lange her, Gottseidank. Vergebung ist allerdings ein zentrales Element christlicher, nicht islamischer Theologie (wenn es die überhaupt gibt, altes Thema).

    Zweifelhaft ist mindestens die Haltung des MCI, diese Terroristen seien keine Muslime, ihre Taten hätten keinen Bezug zum Islam - die BBC illustriert die schöne Mär mit dem soundbite eines “Muslim housewife”: “”We Muslims do not even kill an ant, our religion does not teach all this…”

    “All this” ist ein weasel word, da kann man schlecht widersprechen, aber Bahais, Ahmadis, Christen und Juden können ein Lied davon singen, dass viele Menschen, die sich als Muslime verstehen, mit dem Töten keine grundsätzlichen Probleme haben - von den Millionen muslimischen Opfer islamischen Terrors im Dar as-Salam der Nachkriegszeit ganz zu schweigen.

  3. M. Möhling on December 5th, 2008 9:58 pm

    …auf den Schindanger, herrje, nicht, dass auch da auch noch lande. Und Gott sei Dank, in Gottes Namen, als Heide bin ich da wohl grammatically challenged.

  4. M. Möhling on December 5th, 2008 10:01 pm

    Genug für heute, es wird nicht besser… Danke auch noch für die Infos zu Büchner, wg. solcher Beiträge kommt man wieder.

  5. Serdar on December 5th, 2008 10:31 pm

    Vergeben können nur die Angehörigen der Opfer.
    Und was sie zur Theologie schreiben, ist gar nicht mal so falsch. Das Judentum und der Islam haben keine Theologie in dem SINNE wie das Christentum.

  6. Martin Riexinger on December 5th, 2008 10:34 pm

    Rache bis über den Tod hinaus ist grotesk,

    Mir ging es nicht um ein moralisches Urteil, sondern darum zu zeigen, auf wie wenig Sympathie die Terroristen bei indischen Muslimen stoßen. Es geht aber weniger um Rache als um die Frage der Zugehörigkeit zum Islam, die immer an den Fragen festgemmacht wurde, darf so jemand islamisch begraben werden? oder darf man hinter so jemandem beten.

    Zweifelhaft ist mindestens die Haltung des MCI, diese Terroristen seien keine Muslime, ihre Taten hätten keinen Bezug zum Islam

    Wenn die Muslime in ihrer Mehrheit so dächten, wäre das zwar zugegebenermaßen historisch schräg, aber praktisch segensreich. Auf letzteres lege ich mehr wert.

  7. M. Möhling on December 7th, 2008 12:57 am

    > Mir ging es nicht um ein moralisches Urteil
    Nein, aber Serdar, der emphatisch das Begräbnis verweigern möchte. Kann er ruhig, passt mir halt nur nicht.

    > Auf letzteres lege ich mehr wert
    Ich auch, sehe aber kein Licht, s.o.

  8. Serdar on December 7th, 2008 2:20 am

    @Möhling
    Martin hat schon recht mit dem was er schreibt, aber als Muslim hab noch einen anderen Zugang als etwa die Außenperspektive(!).

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